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Kajak Camping für Einsteiger (Anleitung)

Mann beim Kajak camping im Schnee mit Lagerfeuer.

Eine zweistündige Runde über den nahegelegenen See ist für Anfänger eine feine Sache. Gerade in letzterZeit sind wieder viele Kajakfahrer auf den Gewässern unterwegs. Die gute Mischung aus Entspannung auf dem Wasser und sportlicher Betätigung ist einer der Hauptgründe für die Popularität des Kajaksports. Neben gemütlichen Kurztrips am Wochenende kann man allerdings auch richtige Kajak Abenteuer erleben.

Mit Kajak Camping haben wir bereits einige tolle Erfahrungen gemacht. Mit einem geeigneten Kajak, ordentliche Proviant und der Camping-Ausrüstung ausgestattet werden lange Strecken zurückgelegt, die an einem Tag gar nicht zu schaffen wären. Auf den mehrtägigen Kajaktrips kannst du Hunderte Kilometer quer durch Deutschland oder die Weltgeschichte touren oder auch nur einen Tag lang flussaufwärts fahren, am Abend das Zelt aufbauen und am nächsten Morgen die Rückfahrt antreten. Spätestens nachmittags bist du dann wieder am Einstiegsort.

Kajak Camping ist wunderbar. Tagsüber wird gepaddelt und die Pausen können zum Angeln genutzt werden. Am Abend wird am Campingort das Zelt aufgebaut, ein leckeres Abendmahl zubereitet und die späten Abendstunden verbringt man gemütlich vor einem Lagerfeuer. Unserer Meinung nach gibt es kaum etwas Besseres auf der Welt.

Wir sind allerdings oft auf Kajakfahrer getroffen, die sich keine mehrtägige Camping-Touren zutrauen. Mit diesem umfangreichen Ratgeber wollen wir daher Bedenken entkräften und mit unseren Tipps zur Wahl eines geeigneten Kajaks und Packlisten für Proviant und Zubehör deinen ersten mehrtägigen Kajaktrip zu einem tollen Erlebnis machen.

Was ist Kajak Camping?

Kajak Camping ist eine Art des Campings, bei der ein Kajak genutzt wird, um zum nächsten Campingort zu fahren. Im Wesentlichen ist Kajak Camping eine Mischung aus Backpacking und Auto Camping – nur auf dem Wasser.

Auf der Fahrt zwischen zwei Campingplätzen ist genau wie beim Backpacking das gesamte Gepäck immer mit dabei. Die meisten Kanus bieten reichlich Stauraum und wesentlich mehr Platz für Ausrüstung und Proviant als ein Rucksack. Genau wie beim Auto Camping muss also nicht auf Komfort verzichtet werden.

Kajak Camping vs Kanadier Camping

Der wesentliche Unterschied zwischen Kajaks und Kanadiern, die fälschlicherweise häufig als Kanus bezeichnet werden, ist das offene Design der Kanadier. Zudem werden Kanadier mit einem einseitigen Paddel gefahren, während bei Kajaks Doppelpaddel zum Einsatz kommen.

Die Unterschiede zwischen Kajaks und Kanadiern haben wir bereits ausführlich behandelt. Hier soll es um die Unterschiede in Bezug auf die Camping Erfahrung gehen. Kanadier bieten mehr Stauraum und sind häufig breit gebaut, was für mehr Stabilität sorgt. Der Nachteil ist, dass der zusätzliche Stauraum offen liegt. Mit Dry Bags oder einer Abdeckplane kann das Gepäck allerdings geschützt werden.

Kajaks bieten weniger Stauraum, aber dafür ist das Gepäck vor dem Wasser geschützt. Unter Deck oder in Stauluken bleibt die Camping Ausrüstung, die Wechselkleidung und das Proviant trocken. Und auch mit unruhigen Gewässern und Wind kommen Kajaks besser klar. Zudem sind die Kajaks leichter, können höhere Geschwindigkeiten erreichen und sind besser manövrierbar.

Letzten Endes können allerdings beide Kajak Arten für derartige Campingtrips verwendet werden. Früher wurden häufig Kanadier für mehrtägige Camping-Touren eingesetzt. Heutzutage sieht man allerdings öfter Kajaks. Das liegt vor allem am kometenhaften Aufstieg der aufblasbaren Kajaks, die aufgrund der niedrigen Preise schnell an Beliebtheit gewannen. Einige aufblasbare Touring Kajaks sind auch hervorragend für Campingtrips geeignet.

5 Tipps für Kajak Camping

Mit der richtigen Vorbereitung ist Kajak Camping eine tolle Sache. Die folgenden Tipps geben euch von der Planung über die optimale Packweise deiner Ausrüstung bis hin zu Sicherheitstipps alles Wichtige für die ersten Touren mit auf den Weg.

  • Planung: Für die ersten Touren sollte eine einfache Route mit ruhigem Wasser gewählt werden, die keine zu langen Teilstrecken hat. Der durchschnittliche Paddler legt 10 bis 20 Tageskilometer. Erfahrene Kajakfahrer können diesen Wert locker verdoppeln oder verdreifachen, aber beim ersten mehrtägigen Trip sollte man es langsam angehen lassen. Am besten wählt ihr einen Tag mit gutem Wetter für die „Jungfernfahrt“. Plant zunächst nur eine zweitägige Tour mit nur einer Übernachtung. Für die Streckenwahl ist außerdem wichtig, ob ihr vor allem paddeln, viel angeln oder mehr Zeit abends vor dem Lagerfeuer verbringen wollt. Entsprechend werden die Tagesziele abgesteckt. Bringt zudem einen Ausdruck der Strecke in einer wasserdichter Hülle mit.
  • Organisation: Dry Bags sind eine gute Wahl für Kajak Camping. Einerseits halten sie die Ausrüstung trocken. Andererseits kann mit Hilfe von Dry Bags die Ausrüstung sortiert werden. Wir raten zu je einem separaten Dry Bag für die Kleidung, eines für Besteck und Kochequipment. Weiterhin ist ein leerer Wanderrucksack praktisch, um das Gepäck vom Boot zum Camping-Platz zu tragen.
  • Bepacken: Der Platz auf dem Kajak ist begrenzt. Vielleicht der wichtigste Schritt ist daher das Beladen des Kajaks. Vollbeladen verhält sich ein Kajak deutlich anders als im leeren Zustand. Das Gewicht muss gleichmäßig verteilt werden und sollte möglichst tief liegen, um die Beeinträchtigungen beim Fahren zu minimieren. Bei der Wahl der Ausrüstung muss zudem auf die maximale Tragekapazität geachtet werden. Das schwere Gepäck sollte im Front und Heck platziert werden, während leichte Sachen zentral gelagert werden sollten. Wichtige Gegenstände, die beim Paddeln gebraucht werden, sollten leicht erreichbar sein. Ein GPS-Gerät, ein Erste-Hilfe-Kit, eine Karte in einer wasserdichten Hülle und ein Smartphone in einer wasserdichten Handyhülle sollten immer in Greifreichweite sein.
  • Sicherheit: Kajak Camping ist nur etwas für erfahrene Kajakfahrer. Vor der ersten Kajaktour mit Übernachtung sollte ein Testlauf durchgeführt werden, bei dem ihr das gesamte Equipment auf das Boot ladet und eine kleine Runde dreht. Auf diese Weise gewöhnt ihr euch an das neue Fahrgefühl und könnt noch etwas an der Beladung oder der Verteilung der Last verändern. Das Tragen einer Rettungsweste gehört beim Kajakfahren immer dazu. Gerade auf Kajakfahrten in kaltem Wasser drohen Gefahren.
  • Kajak: Für Kajak Camping eignen sich Allround Kajaks (günstige, breite Kajaks, die gut für Einsteiger geeignet sind) und Touring Kajaks (beste Wahl für längere Strecken, die schnell, stabil und spurtreu sind). Am besten sind Kajaks geeignet, die vor dem Wasser geschützten Stauraum bieten, sicher im Wasser liegen, gut manövrierbar sind und eine gute Geradeausfahrt ermöglichen.

Kajak Camping Packliste

Für ein Kajak Campingtrip müssen dieselben Sachen wie fürs Backpacking eingepackt werden. Weiterhin braucht es Ausrüstung fürs Kajakfahren, die auf die Jahreszeit und das Wetter abgestimmt werden müssen. Mit der Ausrüstung solltet ihr es nicht übertreiben. Bleibt in jedem Fall deutlich unter der maximalen Traglast.

Ein guter Ausgangspunkt für die Planung einer eigenen Kajak Campingtour ist unsere Packliste:

Camping-Ausstattung

  • Zelt
  • Schlafsack
  • Trinkwasser
  • Proviant
  • Snacks
  • Gaskocher mit Gaskartusche
  • Kleidung
  • Kochgeschirr, Teller und Besteck
  • Taschenlampe
  • Feuerzeug oder Streichhölzer
  • Taschenmesser

Kajak-Ausstattung

  • Paddel
  • Rettungsweste
  • Dry Bags
  • Spritzschutz
  • Wasserdichte Handyhülle
  • Trillerpfeife
  • Kompass und GPS-Gerät
  • Mückenspray
  • Karte in wasserdichter Hülle
  • Reparaturkit
  • Sonnenbrille
  • Sonnencreme

Optional

  • Angelausrüstung

Fazit

Mehrtägige Kajaktouren gehören zu den besten Sachen, die es in Sachen Outdoor-Sport gibt. Auf den ersten Blick scheinen mehrtägige Kajaktrips ein aufwändiges Unterfangen. Mit etwas Vorbereitung und der richtigen Ausrüstung ist das allerdings kein Problem.

Klar, das Kajak bietet weniger Stauraum als ein Auto oder ein Wohnwagen. Das heißt allerdings nicht, dass ihr gleich das Handtuch werfen müsst. Mit etwas Kreativität und Übung ist das Boot schnell bepackt und in kürzester Zeit einsatzbereit.

Wer nach der ganzen Anstrengung abends am Lagerfeuer sitzt, dem plätschern des Wassers und dem Knarzen des Holzes lauscht, weiß, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat.

 

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