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4 Tipps fürs Kajakfahren mit Gegenströmung und in Fließgewässern

Mann kämpf im Kajak gegen Strömung.

Flüsse gehören zu den besten Orten zum Kajakfahren. Dort gibt es wenige Wellen und Bäume und Sträucher am Ufer schützen vor dem Wind. Statt den ganzen Tag in der prallen Sonne zu schwitzen, sorgt die Vegetation am Rand des Flüssen zudem für reichlich Schatten. Ein Fluss bietet zudem viele Einstiegsmöglichkeiten, aber auch eine Strömung, die dich entspannt voranschieben kann.

Die Strömung ist per se kein riesiges Problem und macht eine Kajaktour definitiv aufregender. Allerdings bringt diese einige Herausforderungen und auch Gefahren mit sich, die verstanden werden müssen, bevor man sich direkt in das Getümmel stürzt.

Wer im Kajak bereits einmal gegen den Strom gepaddelt ist, wird wissen, wovon wir sprechen. Neue Paddler sind hingegen häufig von der Kraft des Wassers überrascht. Denn selbst ein Zweier Kajak mit Erwachsenen an Bord kann von der Strömung schnell in einen Spielball verwandelt werden.

Wer Touren in Stromgewässern plant, sollte nicht von der Strömung überrascht werden. Bevor ihr auf deinen ersten Trip aufbrecht, ist es wichtig, die Strömung zu verstehen und zu wissen, wie man sich im Wasser behauptet. Wir haben das nötige Wissen für derartige Touren in vier wichtigen Tipps verpackt.

Tipp #1: Meide die Gefahren beim Kajakfahren in Fließgewässern

Mit der Strömung im Rücken fährt es sich natürlich gut, aber hier ist Vorsicht angesagt. In fließenden Gewässern sind nämlich feste Hindernisse oft die größte Gefahr. Das Wasser strömt solange geradeaus, bis es auf den Felsen oder den Baumstamm trifft und prallt dann vom Objekt an. Wer unkontrolliert zum Teil des Stroms wird, folgt dieser Strecke unweigerlich. Für das Kajak und die eigene Gesundheit ist das natürlich nicht der richtige Weg. Blind und ohne Kontrolle stromabwärts zu fahren, ist daher gefährlich.

Vielen Leuten kommen, wenn sie nach Gefahren in Stromgewässern gefragt werden, nur die bereits erwähnten Felsen in den Kopf. Tatsächlich sind umgefallene Baumstämme allerdings die weitaus größere Gefahrenquelle. Nach Stürmen oder schweren Gewittern finden sich häufig Baumstämme am Ufer, ragen ins Wasser oder werden gar vom Fluss weggespült. Das Problem ist, dass die Bäume zu einer Art Rechen werden. Das Wasser wird hindurchgelassen, aber alles andere aufgehalten.

Entdeckt ihr beim Fahren in Stromrichtung einen Baumstamm ist daher größte Vorsicht geboten. Die Strömung zieht in Richtung des Hindernisses. Im schlimmsten Fall können Kajakfahrer zwischen Wassermassen und Hindernis festgehalten werden. Um das zu vermeiden, ist ein rechtzeitiges Ausweichen notwendig. Clever ist es, vor der Gefahrenstelle anzulegen und zu prüfen, ob eine Durchfahrt möglich ist.

Ragen nur dünne Zweige und kleinere Äste ins Wasser, kann die Stelle einfach passiert werden. Blockiert hingegen ein ganzer Baumstamm die Fahrspur, ist das nicht möglich. Im Falle einer befahrbaren Stelle müsst ihr beim Durchfahren nur den Kopf einziehen und euch von der Strömung am Hindernis vorbeitragen lassen. Haltet euch dabei weder an Ästen fest noch drückt diese mit dem Paddel zur Seite. Das könnte dazu führen, dass euch das Paddel aus der Hand gerissen wird oder im schlimmsten Fall zum Kentern des Kajaks.

Eine weitere Gefahr sind Staudämme, die nämlich eine Gegenströmung verursacht. Mit dem Kajaks seid ihr Strömungen, die in gegensätzliche Richtungen drücken, konfrontiert. Das kann schnell zum Kentern des Kajaks führen.

Tipp #2: Fahre sicher in Fließgewässern

Für das Fahren in Fließgewässern gibt es besondere Fahrtechniken. Gerade Kajakfahrer, die in Flüssen mit höherer Fließgeschwindigkeit unterwegs sind, müssen diese beherrschen. Eine der wichtigsten Techniken ist die sogenannte Seilfähre. Die Technik dient der Überquerung eines Fließgewässers.

Wer von einem Ufer zum anderen oder von einem Bereich mit Kehrwasser (fast strömungsloses Wasser, das sich im Schatten eines großen Hindernis bildet) zum nächsten kommen möchte, nutzt dafür die Seilfähre. Dreht beim Ausfahren aus dem Kehrwasser (beziehungsweise vom Ufer) das Kajak flussaufwärts. Schlagt einen Winkel von 30 bis 45 Grad ein. Paddelt kräftig, um den Winkel zu erhalten und nicht an Höhe zu verlieren. Die Strömung erledigt dann den Rest für euch. Die Wassermassen drücken gegen die Seite des Boots und schieben es seitlich über den Fluss. Ihr müsst zudem darauf achten, dass ihr das Kajak gegen die Strömung aufkantet.

Tipp #3: Sicherheitstipps fürs Schwimmen in Stromgewässern

Ein kleiner Schwimmgang ist als Teil eines richtigen Abenteuers mit dem Kajak ist eine tolle Sache. Wer jedoch in Fließgewässern unterwegs ist, sollte sich auch mit den Gefahren auseinandersetzen. Die Kraft des Wasser macht ein Ankämpfen häufig unmöglich.

Je nach Fließgeschwindigkeit kann selbst knie- bis hüfthohes Wasser allerdings eine Gefahr darstellen. Viele Flüsse sind nämlich von Steinen gesäumt und von Unterwasserpflanzen besiedelt. Verfängt sich euer Fuß in einer Pflanze oder klemmt ihr euch diesen in einer Felsspalte ein, ist das eine lebensgefährliche Situation. Könnt ihr euch nicht befreien, drücken euch die Wassermassen schnell Unterwasser. Selbst in flachen Gewässern kann das zum Ertrinken führen.

Die einfache Lösung lautet: Tretet in Gewässern mit starker Strömung nicht auf den Boden. Bewegt euch stattdessen nur schwimmen fort, um die Gefahr zu verringern, dass ihr euch im Boden verhakt. Schwimmt ruhig ganz bis zum Ufer. Lieber stößt man sich das Knie an, anstatt sich in Lebensgefahr zu begeben.

Tipp #4: Mit dem Kajak Stromaufwärts fahren

Eine wichtige Erkenntnis, die jeder Kajakfahrer machen muss, ist, dass Strömungen leider nicht in beide Richtungen fließen. Wer an einem Punkt einsteigt, muss auch zu diesem zurückkehren. Das bedeutet, dass in auf einer Tour in eine Richtung mit dem Strom gepaddelt wird, aber auf dem Rückweg mit dem Kajak gegen den Strom angekämpft werden muss.

Die gute Nachricht zuerst: Ja, man kann mit dem Kajak bei Gegenströmung fahren.

Einfach ist das zwar nicht, aber man sollte die Situation optimistisch sehen. Das Kajakfahren gegen den Strom ist ein hervorragendes Training für die Oberkörpermuskulatur und eine tolle Möglichkeit, um die Paddeltechnik zu perfektionieren. Wer stromaufwärts paddelt sollte allerdings folgende Dinge beachten.

Fließgeschwindigkeit

  • Prüfe zuerst die Flussgeschwindigkeit des Gewässer. Der durchschnittliche Kajakfahrer erreicht eine Geschwindigkeit von 5 km/h. Liegt die Flussgeschwindigkeit in diesem Bereich oder noch höher, ist für den durchschnittlichen Padder ein Vorankommen gegen die Stromrichtung kaum möglich.
  • Die Flussgeschwindigkeit variiert zwischen einzelnen Streckenabschnitten. In Teilbereichen kann das Wasser langsamer und in anderen Bereichen schneller fließen.
  • Am Rand des Gewässers ist die Strömung häufig schwächer als in der Flussmitte. Wer stromaufwärts paddeln will, sollte daher am Rand fahren.
  • Verengt sich der Flusslauf, erhöht dies die Flussgeschwindigkeit. Beim Fahren stromaufwärts sollte dies beachtet werden.

Erste Tour mit Gegenstrom

  • Wer noch nie auf Fließgewässern gepaddelt ist, sollte mit einem ruhigen Gewässer einsteigen. Gewöhnt euch erst an Strömung und Gegenströmung, bevor es in anspruchsvollere Gewässer geht.
  • Auf den ersten Touren in Gewässern mit Strömung sollte erst gegen den Strom gepaddelt werden. Und erst später mit der Strömung im Rücken zum Einstiegsort zurückgekehrt werden. Mit diesem Vorgehen läuft man nicht in Gefahr, dass auf dem Rückweg die Kraft ausgeht.

Das Lesen des Wassers

  • Kehrwasser bildet sich im Schutz von Hindernissen. Blockiert ein Stein den Flusslauf entsteht in dessen Schatten eine leichte Gegenströmung, die in Richtung des Objektes fließt. Das Kehrwasser kann für Verschnaufpausen genutzt werden kann.
  • Achte im Wasser auf V-förmige Formationen. Zeigt das „V“ stromaufwärts bedeutet dies, dass ein Hindernis, das Wasser zwingt schnell über dieses zu fließen. Ein stromabwärts zeigendes „V“ kann auf ein Hindernis hinweisen, das wie ein Trichter fungiert. Bei der Rückfahrt muss an dieser Stelle größte Vorsicht geboten werden. Der Stromfluss wird dich in Richtung dieses Hindernisses ziehen. Richtig gefährlich wird es, wenn der Stromfluss Unterwasser verläuft. Das Wasser würde euch dann ebenfalls unter Wasser ziehen.

Fazit

Das Kajakfahren in Stromgewässern ist je nach Fließgeschwindigkeit selbst noch eine Herausforderung für erfahrene Kajakfahrer. Einsteiger in den Kajaksport sollten langsam beginnen. Für den Anfang reichen gemächliche Kanäle vollkommen aus. Niemand sollte sich gleich in reißende Flüsse stürzen, stattdessen können mit der Zeit immer anspruchsvollere Strecken gewählt werden.

Fahrten in Fließgewässern sind definitiv anspruchsvoll. Das Kajakfahren mit Gegenströmung ist eine unglaublich anstrengende Sache und beim Fahren stromabwärts müssen stets die Augen nach Hindernissen und verdächtigen Formationen im Wasser offen gehalten werden, um Gefahrenstellen frühzeitig zu erkennen.

Wer das tut, unsere Tipps verinnerlicht und sich noch weiter zu Paddeltechniken in Fließgewässern und konkreten Strecken informiert, ist bestens geeignet für die ersten eigenen Abenteuer im bewegten Wasser!


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