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Ist Kajakfahren gefährlich?

ist kajak fahren gefährlich

Leute haben oft falsche Vorstellungen, wenn sie an Kajak denken. Dem Aspekt der Sicherheit beim Kajakfahren wird von einer Gruppe Menschen zu viel Aufmerksamkeit geschenkt, während andere die Sicherheit zu sehr vernachlässigen. Das Problem beim Kajakfahren ist die teilweise erstaunlich große Abweichungen zwischen echten Gefahren und wahrgenommenen Gefahren. Aber ist Kajakfahren gefährlich?

Nein, Kajakfahren ist nicht gefährlich. Der Sport ist sicher und etwas für die ganze Familie. Mit einer gründlichen Vorbereitung sind kleinere Gefahren (wie Dehydration oder ein Hitzschlag) einfach gebändigt. Die richtige Kleidung und das Tragen einer Rettungsweste schützen dich vor Kälte und beim Kentern des Boots. Sei stets aufmerksam und beobachte die anderen Boote auf dem Wasser. Gehe niemals bei Sturm oder Gewitter aufs Wasser. Überschätze deine eigenen Fähigkeiten nicht, sondern informiere dich gründlich und nehme an Kursen teil, um die Grundlagen und relevanten Techniken zu erlernen.

Bevor wir genauer in den Kajaksport einsteigen, wollen wir kurz erklären, was mit echten und vermeintlichen Gefahren gemeint ist.

Echte Gefahren vs. wahrgenommene Gefahren

Beim Thema Gefahren schaltet sich bei uns Menschen der Kopf oft aus. Wir können nicht mehr unterscheiden, was wirklich gefährlich ist und was zwar eine Gefahr ist, aber in Wirklichkeit so selten auftritt, dass man dieser Gefahrenquelle nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken sollten.

Wer heute die 80-jährige Großmutter fragt, ob eine Reise mit dem Flugzeug nach Asien gefährlich ist, wird bestimmt zu hören, dass das wahnsinnig gefährlich sei. Ein Zwanzigjähriger, der bereits ein Jahr im Ausland verbracht hat, wird dir hingegen versichern, dass die Reise selbstverständlich komplett sicher sei. Die jeweils wahrgenommenen Risiken können sich also unterscheiden und stimmen daher auch nicht mehr mit dem wirklichen Risiko überein.

Eine Kajakfahrt bei gutem Wetter und auf spiegelglatten Wasser werden fast alle Leute als nahezu risikolos ansehen. Eine Wildwasserfahrt durch rasanten Stromschnellen und mit Felsen bestückte Passagen empfinden die allermeisten aber wohl als sehr riskant. Liegen wahrgenommene und wahres Risiko beisammen ist alles gut. Gefährlich wird es dann, wenn dies nicht mehr der Fall ist.

Die meisten Unfälle geschehen nämlich dann, wenn man es nicht erwartet. Wer sich in falscher Sicherheit wiegt, ist besonders anfällig für einen Unfall. Das Wichtigste für Kajakfahrer ist, zu wissen, wann es wirklich gefährlich ist und wann nicht. Eine Stromschnelle ist nicht per se gefährlich. Hochwasser auf einem sonst immer ruhigen Fluss hingegen schon. Also was sind die wahren Risiken beim Kajakfahren?

Was sind die wahren Gefahren beim Kajakfahren?

Kajakfahrer sollten sich vor der ersten Tour mit den Gefahrenquellen auseinandersetzen. Haiangriffe suchst du vergeblich auf dieser Liste. Stattdessen geht es um die wirklichen Gefahren:

Unterkühlung & Kälteschock

Beim Kajakfahren im Winter vergisst man schnell, wie kalt das Wasser eigentlich ist. Wer nur im Kanu sitzt, wird mit der Zeit unvorsichtig. Im Frühling ist das Phänomen besonders vertreten, weil die Luft oft schon recht warm ist. Das Wasser ist hingegen immer noch eisig.

Aus diesem Grund sollte man sich immer entsprechend der Wassertemperatur und nicht nach der Lufttemperatur kleiden. Für die Hartgesottenen, die sich auch vom Winter nicht aufhalten lassen, sind ein Kälteschock und Unterkühlung ernstzunehmende Probleme.

Wer unvorbereitet ins eisige Wasser stürzt, kann einen Kälteschock erleiden. Der extreme Temperaturunterschied von Körper- zu Wassertemperatur verursacht Atemprobleme, ändert den Blutdruck, sorgt womöglich für Verwirrung und andere mentale Probleme. In Fließgewässern kann das besonders gefährlich sein, weil es dir handicapt schwer fallen könnte, wieder ins Kajak zu klettern.

Unterkühlung kann auftreten, wenn du für längere Zeit kalten Temperaturen ausgesetzt bist. Das kann passieren, wenn du ins Wasser fällst. Bei unpassender Kleidung kann allerdings auch kalte Luft dafür ausreichen.

Schütze dich: Wer im kalten Wasser paddeln möchte, muss sich passend kleiden. Im Winter ist zum Kajakfahren ein Neoprenanzug oder ein Trockenanzug Pflicht, um deinen Körper auch im Fall des Kenterns warm zu halten. Auf einen Partner sollten bei Touren im kalten Wasser auch nie verzichtet werden. Eine zusätzliche Hilfe kann im Notfall wichtig sein.

Sonnenstrahlung

Eine weitere kleine Gefahr ist Sonnenstrahlung. Eine kurze Tour über den nahe gelegenen See klingt zunächst nicht gefährlich. Blauer Himmel? Super!

Wenn du nur für eine Stunde unterwegs bist, ist fehlende Sonnencreme kein Problem. Wer hingegen eine längere Tour plant, muss auf die Sonne achten. Sonnencreme ist Pflicht. Zusätzlich bestehen die Gefahren von Dehydration, einem Sonnenstich oder einem Hitzschlag. Die Wellen reflektieren die Sonnenstrahlen nämlich und sorgen dafür, dass die Sonne auf dem Wasser viel stärker wirkt.

Schütze dich: Trage immer Sonnencreme beim Kajakfahren. Wer keinen Kajakhelm trägt, sollte zumindest eine Basecap aufsetzen, um einen Hitzschlag zu vermeiden. Auch an kühlen Tagen musst du dich vor der Sonne schützen. Das sind die Tage, an denen man sich erfahrungsgemäß die schlimmsten Sonnenbrände holt.

Dehydration

Dehydration tritt häufig als Symptom bei Sonnenschein an heißen Tagen auf. Beim Kajakfahren verbraucht der Körper viel Energie. Auf einem Kajaktrip muss entsprechend viel getrunken werden, um den Flüssigkeitsverlust (durchs Schwitzen) wieder auszugleichen. Je länger die geplante Tour ist, desto mehr Wasser muss eingepackt werden. Anzeichen einer Dehydration sind Schwindelgefühle, Erschöpfung, Verwirrung und natürlich Durst. Alle dies wird dich beim Paddeln negativ beeinflussen.

Schütze dich: Bringe immer Trinkwasser mit aufs Boot. Je höher die Temperaturen sind, desto mehr Wasserflaschen brauchst du. Während des Paddels sollte immer mal wieder getrunken werden. Warte nicht, bis du durstig bist, sondern versorge deinen Körper rechtzeitig mit Wasser.

Gewitter und Stürme

Das sollte eigentlich klar sein. Wir sagen es trotzdem einmal deutlich. Kajakfahren bei Gewitter oder Sturm ist absolut keine gute Idee. Ein wenig Regen stört einen echten Kajakfahrer nicht, aber wenn du bereits auf dem Wasser bist und sich ein Sturm zusammenbraut, willst du nur noch eines: Raus aus dem Wasser. Gewässer und Blitze sind schließlich keine gute Kombination.

Schütze dich: Wenn du Blitze siehst oder der Wind stark anzieht, musst du auf der Stelle zum Land fahren. Im Notfall heißt es, vor Ort das Unwetter auswarten. Selbst wenn es nur noch 15 Minuten bis zum Einstiegsort sind, solltest du das Risiko nicht eingehen. Schnelle Winde und starker Regen schränken deine Sichtweite und Mobilität ein. Aus einer Strecke von nur wenigen Minuten wird schnell eine halbe Stunde und dann bist du bereits mittendrin im Gewitter.

Keine Rettungsweste

Eine der größten Fehler ist, dass Leute zum Kajakfahren keine Rettungsweste tragen. Und das schließt auch jene mit ein, die eine Rettungsweste zwar mit auf Tour nehmen, sie aber nicht anlegen. Wenn du nur einen Tipp aus dieser Liste mitnehmen kannst, sollte dieser sein: Trage beim Kajakfahren immer eine Rettungsweste. Ein Großteil der Unfälle (auch einige tödlichen) hätten verhindert werden können, wenn die Leute eine Rettungsweste getragen hätten.

Schütze dich: Paddle niemals ohne eine Rettungsweste. Achte bei der Wahl einer Weste darauf, dass sich diese komfortabel tragen lässt. Tut sie das nicht, landet sie nach wenigen Einsätzen in der Ecke und das schützt dich nicht.

Andere Boote

Kajaks sind im Vergleich zu anderen Booten sehr klein und können schnell übersehen werden. Auf einem kleinen Fluss ist das kein Problem. Wer hingegen in breiten Flüssen oder im offenen Meer Kajak fährt, muss stets auf Motorboote, große Schiffe, Jetskis und Segelboote Rücksicht nehmen. Mit dem kleinen Kajak ziehst du im Fall einer Kollision garantiert den Kürzeren. Pass also auf dich auf.

Schütze dich: Der beste Schutz ist, dein Kajak unübersehbar zu machen. Bei eingeschränkten Sichtverhältnissen solltest du eine helle Lampe an deinem Boot anbringen. Auf diese Weise können andere Boote und Wassersportler dich schon aus der Distanz erkennen und wissen, dass sie Abstand halten müssen.

Unerfahrenheit

Die meisten Unfälle geschehen, weil die Paddler zu unerfahren sind. Wer Videos von fortgeschrittenen Kajakfahrern schaut, hat schnell das Gefühl, dass Kajakfahren einfach ist. Fehlt es dir hingegen an der Paddeltechnik und der Erfahrung über die Ausrüstung, kann ein Kajakabenteuer schnell schief gehen. Fortgeschrittene Paddler wissen, wie sie mit Felsen, Wellen und Strömungen umgehen müssen und wie in anspruchsvollen Situationen zu reagieren ist.

Schütze dich: Wer noch keinen Kurs zum Thema Kajakfahren genommen hat, sollte sich niemals sofort ins Wildwasser stürzen. Steige langsam ein und erlerne die Techniken Schritt-für-Schritt. Wildwasserfahrten sollten zudem nie alleine und erst nach der Absolvierung eines Kurses angegangen werden. Beim Kajakfahren geht es nicht darum, immer anspruchsvollere Strecken zu meistern. Mit diesem Mindset begibst du dich unweigerlich in große Gefahren.

Fazit

So, wie sieht es aus? Ist Kajakfahren gefährlich?

„Sport ist Mord.“ sagten schon unsere Großmütter und tatsächlich gibt es auch beim Kajakfahren einige potentielle Gefahren. An einem Tag auf dem Wasser erwarten dich tatsächlich Gefahren wie ein Sonnenstich oder Dehydration.

Ein gewisses Risiko besteht immer, aber Kajakfahren muss nicht gefährlich sein. Mit angemessen Vorbereitungen und einer gewissen Vorsicht, ist Kajakfahren eigentlich ein fast risikoloser Sport.

Wer Schritt für Schritt die Grundlagen lernt, Kurse nimmt, sich in Foren und auf Webseiten informiert sowie nicht gerade in Wildwasserpassagen einsteigt, steht auf der sicheren Seite.

Abschließend bleibt uns nur zu sagen, dass Kajakfahren ein spaßiger und sicherer Sport für die ganze Familie ist. Nutze deinen Kopf, informiere dich und trage stets eine Rettungsweste.

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