Ein Tandem Kajak trägt zwei Personen samt Gepäck. Das klingt schlicht, verschiebt aber jede einzelne Kennzahl: Der Rumpf wird länger, die Zuladung steigt auf 165 bis 200 Kilogramm, und beide Paddler müssen ihren Schlag aufeinander abstimmen, sonst dreht das Boot statt zu fahren.
Fast alle Zweier in dieser Preisklasse sind aufblasbar. Das hat einen praktischen Grund: Ein Festrumpfboot für zwei misst über vier Meter am Stück und will transportiert und gelagert werden. Wie sich beide Bauarten unterscheiden, haben wir im Vergleich aufblasbare Kajaks gegen feste Kajaks ausführlich gegenübergestellt.
Wir haben sechs Zweier zusammengestellt, vom günstigen Einstieg bis zum teilbaren Hartschalenboot. Wer allein unterwegs sein will, findet die passenden Modelle im Einer Kajak Test, für die Familie lohnt zusätzlich ein Blick auf Kajaks für drei Personen.
Die besten Tandem Kajaks im Überblick
| Modell | Länge | Zuladung | Gewicht | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| BEYOND MARINA Tandem KajakBeste Wahl | 420 cm | 200 kg | 17,5 kg | €€€ |
| Intex Excursion Pro K2Bestes Preis-Leistung | 384 cm | 180 kg | keine Angabe | €€ |
| Sevylor Colorado KitMit Zubehörpaket | 331 cm | 200 kg | 15 kg | €€ |
| Sevylor AdventureLeichtestes Boot | 314 cm | 165 kg | 12 kg | €€ |
| Intex Challenger K2Günstiger Einstieg | 351 cm | keine Angabe | keine Angabe | € |
| Point 65 Martini GTX TandemFestrumpf, teilbar | keine Angabe | keine Angabe | keine Angabe | €€€€ |
Die sechs Kajaks im Einzelnen
- Maße420 x 81 x 50 cm
- Zuladung200 kg
- Gewicht17,5 kg
- BodenDrop-Stitch, hochdruckfest
- Lieferumfang2 Sitze, 2 Paddel, Pumpe, 2 Finnen
Geeignet für: Zwei Erwachsene mit Gepäck auf Tagestouren
Das BEYOND MARINA ist das Boot für alle, die den Zweier ernsthaft nutzen wollen. 420 Zentimeter Länge sind über einen Meter mehr als beim kürzesten Modell hier, und diese Länge macht sich sofort bemerkbar: Das Boot läuft geradeaus, statt bei jedem Schlag auszubrechen.
Der Boden ist in Drop-Stitch-Bauweise gefertigt, also mit tausenden Fäden zwischen Ober- und Unterseite verbunden. Dadurch lässt er sich mit hohem Druck füllen und bleibt bretthart. Das Fahrgefühl kommt einem festen Kajak damit näher als jedes weiche Schlauchboot.
200 Kilogramm Zuladung sind der Spitzenwert im Feld und decken zwei Erwachsene mit Tagesgepäck ab. Der Preis dafür sind 17,5 Kilogramm Eigengewicht. Wie sich das im Alltag anfühlt, haben wir beim Thema Kajak Gewicht genauer aufgeschlüsselt.
Spricht dafür
- Mit 420 Zentimetern das längste aufblasbare Boot im Vergleich, entsprechend gut im Geradeauslauf
- Drop-Stitch-Boden lässt sich hart aufpumpen und fährt fast wie ein Festrumpf
- 200 Kilogramm Zuladung reichen für zwei Erwachsene samt Tagesgepäck
- Zwei Finnen halten die Spur, auch bei Seitenwind
- Vollständiges Set, es fehlt nichts zum Losfahren
Spricht dagegen
- 17,5 Kilogramm sind das höchste Gewicht unter den aufblasbaren Booten
- Hochdruckboden verlangt eine kräftige Pumpe und etwas Geduld
- Maße384 x 94 x 46 cm
- Zuladung180 kg
- Material3-lagig SuperTough und SuperStrong
- BodenHochdruck-Stegkonstruktion
- Lieferumfang2 Alupaddel, Pumpe, Cam-Halterung
Geeignet für: Wer viel Boot für wenig Geld will und auch mal ans Meer fährt
Das Excursion Pro ist die Antwort von Intex auf den Vorwurf, aufblasbare Kajaks seien Badeboote. Die Bootshaut besteht aus drei Lagen SuperTough und SuperStrong und verträgt Salzwasser, Sonne und den Kontakt mit Kies am Ufer.
Der Boden ist in Hochdruck-Stegkonstruktion aufgebaut und macht das Boot spürbar steifer als ein einfacher Kammerboden. Zusammen mit den verstellbaren Sitzen und den Fußstützen entsteht eine Sitzposition, in der man auch nach zwei Stunden noch ordentlich paddeln kann.
Erwähnenswert ist die serienmäßige Halterung für Handy oder Action-Cam. Wer die Tour filmen will, muss nichts nachrüsten. Zwei Alupaddel und eine Pumpe liegen bei, das Boot ist nach dem Aufpumpen fahrbereit.
Spricht dafür
- Dreilagige Bootshaut, beständig gegen Abrieb, Salzwasser und Sonnenlicht
- Aufblasbarer Boden in Stegkonstruktion, deutlich steifer als einfache Kammerböden
- Sitze in Höhe und Rückenlehne verstellbar, dazu Fußstützen
- Halterung für Handy oder Action-Cam ist bereits montiert
- Zwei Alupaddel statt der sonst üblichen Kunststoffpaddel
Spricht dagegen
- Mit 94 Zentimetern Breite recht behäbig im Vergleich zu schmaleren Booten
- Herstellerangabe zum Eigengewicht fehlt
- Maße331 x 88 cm
- Zuladung200 kg
- Gewicht15 kg
- VentileBoston-Ventile
- AußenhüllePolyester
Geeignet für: Angeln und ruhige Gewässer, wenn Zubehör gleich dabei sein soll
Das Colorado ist ein Klassiker unter den aufblasbaren Zweiern und wird hier als Kit angeboten, also mit Zubehörpaket. Auffällig ist das Verhältnis von Maßen zu Tragfähigkeit: 331 Zentimeter Länge und trotzdem 200 Kilogramm Zuladung.
Die Luftkammern stecken in einer Polyester-Außenhülle, die den eigentlichen Schutz übernimmt. Gefüllt wird über Boston-Ventile, die sich zügig aufpumpen lassen und beim Abziehen des Schlauchs keine Luft entweichen lassen.
Das Boot ist bei Anglern beliebt, weil es ruhig im Wasser liegt und genug zulädt. Wer das Kajak gezielt zum Angeln nutzen will, findet die passenden Modelle im Angelkajak Test, für den Ansitz am Ufer lohnt zusätzlich der Blick auf Angelzelte für zwei Mann.
Spricht dafür
- 200 Kilogramm Zuladung trotz kompakter 331 Zentimeter
- Boston-Ventile lassen sich schnell füllen und halten den Druck zuverlässig
- Robuste Polyester-Außenhülle schützt die Luftkammern
- 15 Kilogramm sind für ein Boot dieser Tragfähigkeit angenehm
- Als Kit mit Zubehör, kein Nachkaufen nötig
Spricht dagegen
- 331 Zentimeter Länge kosten Geradeauslauf gegenüber den langen Modellen
- Sevylor macht keine Angabe zum Innendruck
- Maße314 x 88 cm
- Zuladung165 kg
- Gewicht12 kg
- RumpfformKanuform
- Sitzplätze2
Geeignet für: Wer das Boot oft tragen muss und kein schweres Gepäck mitnimmt
Das Adventure ist die Wahl, wenn der Weg zum Wasser weit ist. Mit 12 Kilogramm wiegt es ein gutes Drittel weniger als das schwerste Boot hier, und das merkt man auf dem Fußmarsch vom Parkplatz zum Ufer deutlich.
Die Kanuform gibt dem Innenraum viel Platz. Wer lange Beine hat oder gern die Sitzposition wechselt, sitzt hier bequemer als in einem schmalen, klassisch geschnittenen Kajak.
Die Grenze liegt bei der Zuladung: 165 Kilogramm sind für zwei Erwachsene mit Gepäck knapp bemessen. Wer zu zweit über 150 Kilogramm wiegt, sollte eines der Boote mit 200 Kilogramm nehmen. Wie viele Personen in welches Boot passen, klärt der Beitrag wie viele Personen Kajak fahren können.
Spricht dafür
- Mit 12 Kilogramm das leichteste Boot im Vergleich
- Kanuform bietet viel Platz im Innenraum, angenehm für lange Beine
- 314 Zentimeter passen in jeden Kofferraum, auch verpackt
- Zügig aufgebaut, weil weniger Luftvolumen gefüllt werden muss
Spricht dagegen
- 165 Kilogramm Zuladung sind der niedrigste Wert im Feld, bei zwei kräftigen Erwachsenen wird es eng
- Kurze Länge bedeutet mehr Arbeit beim Geradeauslauf
- Maße351 x 76 x 38 cm
- MaterialSuperStrong-PVC
- Sitze2 aufblasbare Sitze
- Steuerungabnehmbarer Skeg
- Sitzplätze2
Geeignet für: Der erste Zweier, um überhaupt herauszufinden, ob Kajakfahren zusagt
Das Challenger K2 ist das meistverkaufte aufblasbare Kajak überhaupt und der klassische Einstieg. Für den Preis bekommt man ein 351 Zentimeter langes Boot mit zwei Sitzen und abnehmbarem Skeg, der die Spur hält.
Die 76 Zentimeter Breite sind der schmalste Wert hier. Das Boot ist dadurch etwas kippeliger als die breiten Modelle, dafür aber merklich flotter unterwegs, sobald beide Paddler im Takt sind.
Der Unterschied zu den teureren Booten liegt im Boden. Ohne Stegkonstruktion bleibt der Rumpf weicher und biegt sich bei Welle stärker durch. Für ruhige Seen und langsame Flüsse reicht das aus, für längere Touren lohnt der Schritt zum Excursion Pro.
Spricht dafür
- Mit Abstand der günstigste Zweier in diesem Vergleich
- 76 Zentimeter Breite machen das Boot schmaler und damit schneller als die breiten Modelle
- Abnehmbarer Skeg verbessert den Geradeauslauf spürbar
- Zwei aufblasbare Sitze mit Rückenlehne sind bereits enthalten
- Leicht zu verstauen, weil das Packmaß klein bleibt
Spricht dagegen
- Einfacher Kammerboden ohne Stegkonstruktion, das Boot bleibt weicher als die teureren Modelle
- Intex nennt weder Gewicht noch maximale Zuladung
- BauartHartschale, Polyethylen
- Besonderheitin Module teilbar
- Nutzungals Einer oder Zweier
- TransportModule einzeln tragbar
- Sitzplätze2
Geeignet für: Wer ein festes Kajak will, aber weder Dachträger noch Garage hat
Das Martini GTX löst das Grundproblem des Festrumpfbootes: Es lässt sich zerlegen. Statt eines vier Meter langen Rumpfes, der Dachträger und Stellplatz verlangt, trägt man einzelne Module zum Wasser und steckt sie dort zusammen.
Der Clou ist die Modulbauweise selbst. Mit einem Mittelteil wird aus dem Einer ein Zweier, ohne dass ein zweites Boot angeschafft werden muss. Wer mal allein und mal zu zweit unterwegs ist, deckt beides mit einem Kajak ab.
Gefahren wird ein echtes Hartschalenboot aus Polyethylen, mit dem entsprechenden Fahrverhalten und ohne jeden Druckverlust. Der Preis liegt allerdings um ein Vielfaches über den aufblasbaren Modellen. Wie sich beide Bauarten transportieren lassen, steht im Beitrag Kanus und Kajaks transportieren.
Spricht dafür
- Fährt als Festrumpfboot, kein Aufpumpen und kein Druckverlust
- Lässt sich in Module zerlegen und im Kofferraum transportieren
- Wahlweise als Einer oder als Zweier zusammensetzbar, je nach Besetzung
- Polyethylen verzeiht Grundberührung und Kies deutlich besser als eine Bootshaut
Spricht dagegen
- Mit Abstand das teuerste Boot in diesem Vergleich
- Die Module sind einzeln zwar tragbar, aber weiterhin sperrig
- Point 65 macht kaum Angaben zu Maßen und Zuladung
Ratgeber: Was beim Kauf eines Tandem Kajaks zählt
Zuladung: Die wichtigste Zahl beim Zweier. Zwei Erwachsene wiegen zusammen schnell 150 Kilogramm, dazu kommt Gepäck. Bei 165 Kilogramm Zuladung wird es dann eng, 200 Kilogramm geben Luft. Ein überladenes Boot liegt tief, wird langsam und nimmt bei Welle Wasser über.
Länge und Geradeauslauf: Je länger der Rumpf, desto besser hält das Boot die Spur. Unter 330 Zentimetern muss man ständig gegensteuern, ab etwa 400 Zentimetern läuft das Kajak von selbst geradeaus. Der Preis der Länge sind Packmaß und Gewicht.
Bauart des Bodens: Drop-Stitch und Stegkonstruktion lassen sich mit hohem Druck füllen und bleiben hart. Einfache Kammerböden bleiben weich und biegen sich durch. Dieser Unterschied ist im Wasser deutlicher spürbar als jede andere Ausstattung.
Eigengewicht: Zwischen 12 und 17,5 Kilogramm liegen mehr als fünf Kilogramm, und die trägt jemand vom Auto zum Wasser. Bei einem Hartschalenboot geht es um deutlich mehr. Wer das Boot allein bewegen muss, sollte diese Zahl ernst nehmen.
Material: PVC ist der Standard bei aufblasbaren Booten, mehrlagig aufgebaut hält es Abrieb und Salzwasser stand. Eine zusätzliche Polyester-Außenhülle schützt die Luftkammern vor Ästen und Kies. Festrumpfboote bestehen meist aus Polyethylen, das Grundberührung verzeiht.
Sitze und Fußstützen: Aufblasbare Sitze mit Rückenlehne sind Standard, verstellbare Sitze mit Fußstützen sind der spürbare Aufpreis wert. Ohne Abstützung für die Füße paddelt man nur aus den Armen, was nach einer Stunde in den Schultern ankommt.
Finne oder Skeg: Die abnehmbare Finne unter dem Heck hält die Spur. Auf flachem Wasser und im Fluss wird sie abgenommen, weil sie sonst aufsetzt. Zwei Finnen sind bei langen Booten üblich und helfen besonders bei Seitenwind.
Hund an Bord: Ein Zweier ist das übliche Boot für Paddler mit Hund, weil die zweite Sitzposition Platz bietet. Eine Gummimatte schützt die Bootshaut vor Krallen, dazu gehört eine Hundeschwimmweste. An heißen Tagen ist der schattenlose Sitzplatz das eigentliche Problem, dazu mehr im Beitrag Kajak mit Hund.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Tandem Kajak sein?
Zwischen drei und viereinhalb Metern. Unter 330 Zentimetern wird der Geradeauslauf mühsam, ab etwa 400 Zentimetern hält das Boot die Spur fast von allein. Für Tagestouren zu zweit sind 380 bis 420 Zentimeter die vernünftige Mitte, kürzere Boote passen besser in kleine Kofferräume.Wie viel Gewicht trägt ein Kajak für zwei Personen?
Die Modelle hier liegen zwischen 165 und 200 Kilogramm. Größere Tourenboote schaffen auch mehr. Rechnen Sie beide Paddler plus Gepäck zusammen und lassen Sie Reserve, denn ein Boot am Limit liegt tief im Wasser, wird langsam und nimmt bei Welle Wasser über.Wer sitzt vorn und wer steuert?
Vorn sitzt die Person, die den Takt vorgibt, hinten steuert die kräftigere oder erfahrenere Person. Gesteuert wird über den Paddelschlag: kräftiger links, und das Boot dreht nach rechts. Wie sich das Zusammenspiel einüben lässt, steht im Beitrag zum Tandem Kajak fahren.Sind aufblasbare Kajaks für zwei Personen sicher?
Ja, sofern das Boot mehrere getrennte Luftkammern hat, was bei allen aufblasbaren Modellen hier der Fall ist. Fällt eine Kammer aus, tragen die übrigen das Boot weiterhin. Wichtig sind Schwimmwesten, ein trockener Wetterbericht und die Herstellerangabe zum zugelassenen Gewässer.Kann ein Tandem Kajak auch von einer Person gefahren werden?
Ja, das geht, ist aber unhandlich. Ohne die zweite Person liegt das Boot hinten leicht und wird bei Wind schwer auf Kurs zu halten. Wer meistens allein unterwegs ist, fährt mit einem Einer besser, oder mit einem teilbaren Modell wie dem Point 65, das sich zum Einer zusammenstecken lässt.Eignet sich ein Tandem Kajak für Anfänger?
Ein Zweier ist sogar besonders einsteigerfreundlich, weil er breiter und damit kippsicherer ist als die meisten Einer. Die Hürde liegt nicht im Boot, sondern in der Abstimmung: Wer nicht im Takt paddelt, dreht sich im Kreis. Passende Modelle für den Start stehen im Anfänger Kajak Test, für die jüngsten Mitfahrer im Kinderkajak Test.Fazit
Wer regelmäßig zu zweit auf Tour geht, greift zum BEYOND MARINA mit 420 Zentimetern, Drop-Stitch-Boden und 200 Kilogramm Zuladung. Das beste Verhältnis aus Preis und Ausstattung bietet dagegen das Intex Excursion Pro K2 mit dreilagiger Bootshaut und verstellbaren Sitzen.
Für den ersten Versuch reicht das Challenger K2 vollkommen aus, es ist der günstigste Weg ins Kajakfahren zu zweit. Wer das Boot weit tragen muss, nimmt das 12 Kilogramm leichte Sevylor Adventure, und wer partout ein festes Kajak will, ohne Dachträger und Garage zu haben, findet im teilbaren Point 65 Martini GTX die einzige Lösung im Feld.






