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Kajak mit Hund an Bord: Mit diesen 11 Tipps klappt’s

Viele Hundebesitzer wollen gerne den eigenen Vierbeiner mit an ihren Hobbys teilhaben lassen. Aus diesem Grund erfreut sich SUP mit Hund an Bord großer Beliebtheit, aber die Stand Up Paddler sind Kajakfahrern keine Nasenlänge voraus. Mit den richtigen Vorbereitungen und unter der Beachtung einiger Sicherheitsaspekte ist auch Kajak mit Hund möglich.

Das Kajakfahren mit Hund ist keine ganz einfache Sache. In diesem umfangreichen Ratgeber vermitteln wir dir deshalb alles, worauf es ankommt. Von wichtigen Vorbereitungen und dem ersten Aufeinandertreffen von Hund und Kajak bis hin zu eurer ersten gemeinsam Tour decken wir viele Fragen ab und geben praktische Tipps, damit Kajak mit Hund auch bei dir klappt.

1. Dein Hund steht an erster Stelle

Ein gemeinsamer Tag auf dem Wasser klingt zugegebenermaßen nach einer tollen Idee. Bei der Entscheidung solltest du deinen Hund allerdings nicht außen vor lassen. Die Art und die Persönlichkeit deines Hundes spielen in der Tat eine wichtige Rolle.

Ist dein Hund ein guter Schwimmer? Sollte das Kajak kentern, kommt es nämlich genau darauf an. Würde dein Hund einen mehrere Stunden langen Trip auf dem Wasser überhaupt gefallen? Schließlich ist er in dieser Zeit räumlich recht eingeschränkt. Wie sieht es mit den natürlichen Wogen des Wassers aus? Kommt dein Hund damit klar? Wie du siehst, ist die Persönlichkeit deines designierten Kajakkumpels nicht zu vernachlässigen.

Viele Hunde sind wesentlich aktiver als Menschen. Sie haben Schwierigkeiten, für längere Zeit still im Kajak zu sitzen. Ein anderes Problem ist, dass sich dein Hund durch das Kajakpaddel eingeschüchtert oder provoziert fühlen könnte.

Vom Kajakfahren mit mehreren Hunden raten wir zunächst ab. Zusätzlich zum Verhalten der einzelnen Hunde, musst du auch auf die Dynamik der Gruppe achten. Die ganze Situation auf dem Kajak ist für Hunde eine völlig neue Erfahrung. Der Boden bewegt sich hin und her, Wassertropfen spritzen auf ihr Fell und der Kopf ihres Herrchen wird von Zeit röter und röter. Das Verhalten eines einzelnen Hunde – geschweige denn das von mehreren – ist schwer vorhersehbar.

Hyperaktive Hunde können das Kajak sogar zum Kentern bringen. Besonders in kaltem Wasser vergrößert das deine Probleme nur noch. Mit besonders aktiven Hunden solltest du zunächst eine Runde zu spielen. Etwas ausgelaugt sind sie in einer viel besseren Verfassung für eine Tour mit dem Kajak.

Einige Hunde sind auch einfach nicht für das Kajakfahren gemacht. Hunde, die bereits im Auto
nervös werden, wird die Geschwindigkeit und die zusätzliche bedrohende Bewegung des Paddels sicher nicht gut tun. Einige Hunde verabscheuen Wasser grundsätzlich. Für sie wäre ein Trip im Kajak ständig umgeben von Wasser auch kein Spaß.

Unserer Erfahrung nach bereitet das vielen Hunden Kajakfahren allerdings Freude. Die Person, die deinen Hund am besten kennt, bist letztendlich du selbst. Folglich bist du derjenige, der am besten einschätzen kann, ob Kajak fahren mit Hund etwas für euch beide ist.

2. Gewöhne deinen Hund an das Kajak

Mit deinem Hund Kajaks zu fahren, ist kein Projekt für einen Nachmittag. Bevor es gemeinsam auf Tour gehen kann, musst du deinen Hund an das Sportgerät gewöhnen. Die großen Plastikschalen sind Hunden oft gänzlich unbekannt. Sie sind groß, grell eingefärbt und wirken auf Hunde oft bedrohlich.

Stelle das Kajak anfangs einfach auf den Boden und lass es deinen Hund von selbst erkunden. Interessiert das Kajak deinen Hund nicht die Bohne, solltest du mit etwas Futter nachhelfen. Am besten legst du das Futter auf den Sitz, sodass dein Hund den Sitz von vornherein als etwas Positives sieht. Dieser unkomplizierte erste Schritt vereinfacht dir die erste Tour enorm.

Dein Hund hat damit die erste Angst vor dem großen Ding aus Plastik abgelegt. Im nächsten Schritt setzt du dich ins Boot. Nimm dir ruhig etwas Zeit im Kajak. Lass deinen Hund sehen, dass du dich im Kajak sitzend wohlfühlst.

Nun ist es an der Zeit, dass dein Hund selbstständig ins Kajak findet. Setze ihn nicht einfach herein, sondern sorge stattdessen dafür, dass er von selbst kommen möchte. Am besten platzierst du dafür ein paar Leckerli oder Spielzeug auf dem Kajaksitz.

3. Vorbereitungen vor der Tour

Wenn dein Hund bereitwillig in das Kajak hüpft, das auf der Erde im Garten steht, heißt das per se noch nicht viel. Die Wahrheit ist: Zwischen einem stehenden Objekt in einer bekannten Umgebung und einem schwimmenden Kajak in einer neuen Gegend besteht ein großer Unterschied.

Das Training an Land hilft trotzdem massiv weiter. Nur so kann dein Hund ein erstes Gefühl für das Kajak entwickeln und die anfängliche Angst verlieren.

Bringe deinem Hund bei, stets auf den vorderen Sitz zu springen und sich sofort hinzusetzen. Das Springen gibt es so auf dem Wasser natürlich nicht, aber der Reflex sich sofort zu setzen, ist sehr wichtig für dich. Nur wenn sich dein Hund rasch hinsetzt, behältst du die Kontrolle über das Kajak.

Die Dauer des Trainings hängt von deinem Hund ab. Das Gewicht deines Hundes spielt dabei auch eine entscheidende Rolle. Ein 20 Kilogramm schwerer Hund sollte das schnelle Hinsetzen besser perfekt beherrschen, ansonsten kommt dein Kajak später auf dem Wasser ganz schön ins Wanken.

4. Das erste Mal auf dem Wasser

In den ersten Touren solltest du das Kajak im flachen Wasser be- und entladen. Anfangs mag es einfacher sein, deinem Hund zuerst ins Kanu zu helfen. Viele Hunde erschrecken allerdings, wenn das Boot stark hin- und herschwankt, wenn du in das Kajak kletterst. Am besten versuchst du beide Varianten und schaust, was besser für euch funktioniert.

Wenn ihr beide erst einmal im Boot sitzt, solltest du nicht direkt lospaddeln. Es ist wichtig, es zunächst langsam angehen zu lassen. Legst du gleich voll los, verängstigst du womöglich deinen Hund und er springt ins Wasser. Teste langsam die Grenzen des Vierbeiners aus und erinnere ihn immer wieder daran, sich hinzusetzen. Sei geduldig und wiederhole das Spiel solange, bis sich dein Hund wohl fühlt.

Das Paddel wirkt auf Hunde bedrohlich. Am besten hast du deinen Vierbeiner bereits vorher damit vertraut gemacht. Auf der ersten Tour solltest du einige Minuten warten, bis du das Paddel in die Hand nimmst. Gleite zunächst nur über das Wasser.

Beobachte dabei ständig deinen Hund und beruhige ihn gegebenenfalls mit einem Leckerli. Wenn die Lage ruhig ist, wird es Zeit für den ersten langsamen Paddelschlag. Führe die Paddelschläge extra langsam aus, um deinem Hund Zeit zu geben, sich zwischen den einzelnen Stößen zu beruhigen.

Paddle weiterhin in einem niedrigen Tempo. Nun ist es Zeit, dass du deinen Hund mit dem Gefühl von Geschwindigkeit vertraut machst. Während dieser Phase wird es noch wichtiger, deinem Hund beizubringen, dass dieser still sitzen muss. Die ganze Situation ist sehr anspruchsvoll für deinen Hund. Viele neue Erfahrung prasseln auf ihn herein. Gibt ihm also Zeit.

Auf den ersten Touren solltest du es langsam angehen lassen. Vor jedem Trip aufs Wasser wird das Be- und Entladen im flachen Wasser geübt. Anfangs sollten die Ausflüge aufs Wasser mit nur 5 Minuten sehr kurz ausfallen. Der Hintergrund dazu ist, dass du deinen Hund an das Kajakfahren gewöhnen willst, ohne das der Hund fürchtet, nicht wieder zurück zu kehren.

5. Die erste Tour

Vertrauen in das Kajak hat dein Hund auf euren ersten Kurztrips auf den See bereits gewonnen. Jetzt ist es an der Zeit, mal eine längere Tour zu starten. Die Tricks, die bei den ersten kurzen Ausflügen auf das Wasser geholfen haben, werden auch hier wieder funktionieren.

Haben die Leckerlis geholfen? Dann nimm wieder welche mit. Oder war es das eine bestimmte Hundespielzeug oder doch das Hundebett? Alle diese kleinen Dinge helfen, es deinem Hund so angenehm wie nur möglich mit dir auf dem Kajak zu machen.

Auf einer Kajaktour begegnest du anderen Wassersportlern, Angler, Vögeln, Fischen und andere Hunde bellen vom Ufer aus. Du weißt am besten, was deinen Hund stört und wie er wahrscheinlich reagieren wird. Im besten Fall kannst du alles, worauf dein Hund besonders anspringt, clever umfahren. Ist dies nicht möglich, solltest du ein scharfes Auge auf deinen Vierbeiner haben. Ermahnungen oder ein weiteres Leckerli können helfen, deinen Hund ruhig zu halten.

Hunde, die besonders aufgeregt reagieren, sobald sie andere Artgenossen sehen, tun dies wahrscheinlich auch auf dem Wasser. Versuche deinen Hund dafür etwas zu sensibilisieren. Wenn du öfter mit ihm in Hundeparks gehst, setzt auch hier eine Gewöhnung ein und dein Hund springt nicht beim ersten Gebell vom Kajak.

6. Die besten Kajaks für gemeinsames Paddeln mit Hunden

Die Wahl eines geeignetes Kajaks hängt stark von deinem Hund ab. Ein größeres Tier erfordert auch ein größeres Boot. In den meisten Fällen tut es ein Tandem Kajak. In Sachen Bauform bieten sich Sit-on-Top Kajaks am meisten an. Dieser Typ bietet deinem Hund genügend Platz, um sich zu bewegen.

Deinen Hund solltest du immer vor dich setzen. Auf diese Weise hast du ihn Blick und der hinten sitzende Kajakfahrer kann das Boot ohnehin besser steuern. Bei einem besonders aktiven Tier sind zwei nahe aneinander gelegene Sitze praktisch, weil du deinen Hund dann einfacher beruhigen kannst.

Das aufblasbare Kajak sollte zudem über Stauraum für dein Equipment verfügen. Im Unterschied zu normalen Kajaktouren kommt beim Kajakfahren mit Hunden noch zusätzliche Ausrüstung hinzu.

7. Eine Hundeschwimmweste ist Pflicht

Viele Hundehalter denken spontan, dass ihr Hund ja schwimmen können. Das ist grundsätzlich richtig, aber es kann immer zu Notsituationen kommen, in denen eine Hundeschwimmweste zum Lebensretter wird. Komplett unabhängig davon, wie gut dein Hund schwimmen kann, sollte eine Hundeschwimmweste angelegt werden.

Im (unwahrscheinlichen) Fall, dass das Boot kentert, ist die Schwimmweste besonders praktisch, weil du den Hund daran aus dem Wasser ziehen kannst.

8. Packe eine Hundeschlüssel ein

Bei Touren im Süßwasser könnte dein Hund zwar das Wasser trinken, tatsächlich liegt das Kajak zu hoch über dem Wasser, sodass es für deinen Hund nicht möglich ist, das Wasser zu erreichen.  Nimm ab besten seine Hundeschale mit, um etwas Wasser abzuschöpfen und ihm auf dem Deck des Kajaks zu servieren. Nervöse Hunde neigen dazu, wenig zu trinken. Sporne deinen Hund daher zum Trinken an, indem du regelmäßig neues Wasser hochholst.

9. (Wasser-)Spielzeug und das Hundebett dürfen auch nicht fehlen

Mit Spielzeugen und dem eigenen Hundebett hilfst du deinem Hund, es sich gemütlich zu machen. Das mitgebrachte Spielzeug ist praktisch, weil du damit deinen Hund in den Pausen beschäftigen kannst. Bestenfalls powerst du ihn so richtig aus, damit der Hund auf dem nächsten Abschnitt der Tour ruhig bleibt, während du am Paddeln bist.

10. Stecke eine Leine ein

Im Kajak bleibt dein Hund nicht angeleint. Für die Pausen erweist sich eine Hundeleine allerdings als praktisch. Die Leine nimmt zudem weder viel Platz ein noch wiegt sie viel und kann daher problemlos in einem Drybag verstaut werden.

11. Sorge für genügend Futter

Eine großer verschließbarer Beutel mit Hundefutter ist Pflicht für längere Touren. Pläne sind nicht in Stein gemeißelt. Selbst wenn du nur mit einer kurzen Runde rechnest, wird doch aus so machen Kurztrips richtige Abenteuer. Das letzte, was du auf der Hälfte deines Trips haben willst, ist einen hungrigen Hund, der genau neben dir sitzt.

Fazit

Kajak mit einem Hund erfordert ein gewissen Maß an Vorbereitung. Ist die Trainingsphase dann erst überwunden,  kann es richtig losgehen und der Spaß setzt ein.

Bei all dem Fokus auf den Hund sollte die eigene Sicherheit keineswegs aus den Augen verloren werden. Das Tragen einer Rettungsweste ist auch bei Kajak mit Hund unerlässlich.

Sollte das Kajak kentern, hast du mit einem Hund an Bord schnell das Problem, dass dein Hund zum nächsten Ufer schwimmen will. Zur selben Zeit musst, dich selbst über Wasser halten und irgendwie das Kajak wieder umdrehen. Trägst du eine Rettungsweste, musst du dir zumindest über deinen Auftrieb keine Sorgen machen und kannst dich stattdessen, um deinen Hund und das Kajak kümmern.

Auf keinen Fall solltest du deinem Hund die Leine umlegen und diese am Boot festbinden. In einer Notsituation könnte die Hundeleine für deinen Hund zur tödlichen Falle werden.

Sprich zudem mit dem Tierarzt über dein Vorhaben. Bevor du mit den Planungen für das Training und die erste Tour beginnst, sollte der Mediziner dir grünes Licht geben. Eventuell sind nämliche zusätzliche Impfungen gegen bestimmte Wurmarten erforderlich.


Quellen

[1] https://www.planethund.com/hundereise/baden-hund-tipps-wasserscheue-hunde.html

[2] https://www.stand-up-paddling.org/interviews/yvonne-von-sup-hund/

[3] https://www.hund-unterwegs.de/hunde-blog/jeder-hund-kann-schwimmen-wenn-er-will/

[4] https://schnueffelfreunde.de/10-ballspiele-fuer-hunde/

[5] https://www.feedmyanimal.de/nervoeser-hund.html

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