Ein WindSUP ist ein aufblasbares Stand-up-Paddle-Board mit einem zusätzlichen Mastfuß im Deck. Wer will, paddelt damit wie mit jedem anderen SUP. Kommt Wind auf, wird ein Segel gesetzt, und aus dem Paddelboard wird ein Windsurfer. Zwei Sportarten, ein Board.
Der Unterschied zum normalen Board steckt in Details, die man kennen muss: Der Mastfußeinsatz muss vorhanden sein, unter dem Heck sitzt neben der Mittelfinne oft ein Schwert, und das Deckpad braucht genug Grip oder Fußschlaufen, damit man beim Anluven nicht abrutscht. Wie sich klassische Boards davon unterscheiden, zeigt der SUP Board Test.
Wir haben sechs Boards zusammengestellt, vom kompakten Einsteigerbrett bis zum vollständigen Set mit Rigg, Pumpe und Rucksack.
Die besten WindSUP Boards im Überblick
| Modell | Länge | Nutzlast | Dicke | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| BRUNELLI 10.8 Windsurf PremiumBeste Wahl | 325 cm | keine Angabe | 15 cm | €€€€ |
| CampSup Gladiator WindSUP 11'6 SCBestes Preis-Leistung | 354 cm | 140 kg | 15 cm | €€ |
| Aqua Marina Blade 10'6Reines Windsurfbrett | 320 cm | 150 kg | keine Angabe | €€ |
| CampSup STX 8'3 WS FreerideFür erfahrene Surfer | 250 cm | 130 kg | 15 cm | €€€ |
| Coasto Mir 8'6Kompaktestes Board | 260 cm | keine Angabe | 13 cm | € |
| vidaXL SUP-Set mit SegelGünstiges Komplettset | keine Angabe | keine Angabe | keine Angabe | € |
Die sechs Boards im Einzelnen
- Maße325 x 81 cm
- Gewichtca. 8,3 kg
- BauweiseWoven X Drop-Stitch, klebstofffreie Fusion
- RiggF2 Checker 4,5 Quadratmeter
- LieferumfangHP6-Pumpe, Fiberglas-Paddel, Leash, Rollrucksack
Geeignet für: Wer beide Sportarten ernsthaft betreiben will und alles auf einmal kauft
Das BRUNELLI 10.8 Premium ist das einzige Board hier, bei dem wirklich alles dabei ist. Zum Brett gehören ein F2 Checker Rigg mit 4,5 Quadratmetern, ein Fiberglas-Paddel, die HP6-Pumpe, eine Leash und ein Rucksack mit Rollen.
Technisch ist das Board auf der Höhe: Woven X Drop-Stitch in klebstofffreier Fusion-Bauweise, bei der die Lagen verschweißt statt verklebt werden. Das spart Gewicht, und mit rund 8,3 Kilogramm ist das 325 Zentimeter lange Brett das leichteste im Feld.
Zwei Windsurf-Mittelfinnen und eine 3D-Abrisskante am Heck sind die Zutaten, die man beim Segeln spürt: Das Board bricht seitlich nicht aus, und das Wasser löst sich am Heck sauber ab, statt zu bremsen. Der Rollrucksack löst nebenbei das Transportproblem, zu dem der Beitrag SUP Boards transportieren mehr erklärt.
Spricht dafür
- Vollständiges Set, Board und Rigg müssen nicht getrennt beschafft werden
- Mit 8,3 Kilogramm das leichteste Board im Vergleich
- Klebstofffreie Fusion-Technologie, die Lagen sind verschweißt statt geklebt
- Zwei Windsurf-Mittelfinnen halten unter Segel die Spur
- 3D-Abrisskante am Heck, das Wasser löst sich sauber ab
- 120-Liter-Rucksack mit Rollen, das Set lässt sich ziehen statt tragen
Spricht dagegen
- Teuerste Position in diesem Vergleich
- 4,5 Quadratmeter Segelfläche sind für kräftige Surfer bei wenig Wind knapp
- Maße354 x 86 x 15 cm
- Nutzlast140 kg
- BauweiseMSL Fusion Double Layer, bis 26 psi
- Finnenzwei US-Box-Finnen
- ExtraKajaksitz montierbar
Geeignet für: Einsteiger, die viel paddeln und gelegentlich segeln wollen
Das Gladiator ist das Board für alle, die zuerst paddeln und erst danach ans Segeln denken. 354 Zentimeter Länge und 86 Zentimeter Breite ergeben ein sehr stabiles Brett, auf dem auch Anfänger stehen bleiben.
Bemerkenswert ist der zugelassene Druck: bis 26 psi, wo andere Boards bei 15 bis 18 psi enden. Ein hart aufgepumptes Board biegt sich unter dem Fahrer nicht durch, und genau dieses Durchbiegen kostet bei billigen Brettern Geschwindigkeit.
Der Kajaksitz ist die dritte Nutzungsart: montiert wird aus dem Board ein Sitzboot. Für den Segelbetrieb empfiehlt CampSup einen Mastfuß mit Kardan-Gelenk, der separat dazukommt. Wer sich zwischen den Bauformen noch nicht entschieden hat, findet die Übersicht im Test der aufblasbaren SUP Boards.
Spricht dafür
- Bis 26 psi Druck, deutlich mehr als die üblichen 15 bis 18 psi, das Board bleibt bretthart
- 354 Zentimeter Länge und 86 Zentimeter Breite ergeben viel Kippstabilität
- Zwei US-Box-Finnen lassen sich gegen andere Finnen tauschen
- Ein Kajaksitz lässt sich montieren, damit wird aus dem Board ein Sitzboot
- 140 Kilogramm Nutzlast decken auch schwere Fahrer mit Gepäck ab
Spricht dagegen
- Für einen Mastfuß mit Kardan-Gelenk empfiehlt der Hersteller Zubehör, das nicht im Lieferumfang steckt
- Mit 354 Zentimetern beim Segeln träger als die kurzen Freeride-Bretter
- Länge10'6, rund 320 cm
- Nutzlast150 kg
- Gewicht11,3 kg
- Druck18 psi
- HerstellerAqua Marina
Geeignet für: Wer vom Segeln kommt und ein bekanntes Markenboard sucht
Das Blade ist der Klassiker unter den aufblasbaren Windsurfbrettern. Die Länge von 10'6, also rund 320 Zentimetern, ist die verbreitetste Größe in dieser Kategorie und ein guter Kompromiss zwischen Spurtreue und Wendigkeit.
Mit 150 Kilogramm Nutzlast trägt es am meisten von allen Brettern hier. Wer kräftig gebaut ist oder das Board auch mit Kind vorn nutzt, hat damit Reserve. Aufgepumpt wird auf 18 psi, was für den Einsatzbereich ausreicht.
Ein Punkt bleibt offen: Aqua Marina nennt nicht eindeutig, ob ein Rigg mitgeliefert wird. Wer noch kein Segel besitzt, sollte das vor der Bestellung beim Händler klären, sonst steht am Ende ein Board ohne Antrieb im Keller.
Spricht dafür
- 150 Kilogramm Nutzlast, der höchste Wert in diesem Vergleich
- Aqua Marina ist im aufblasbaren Segment seit Jahren etabliert
- 10'6 sind die klassische Länge für ein WindSUP, ausgewogen zwischen Spur und Wendigkeit
- 18 psi genügen, um das Board für seinen Einsatzbereich steif zu bekommen
Spricht dagegen
- Mit 11,3 Kilogramm merklich schwerer als das BRUNELLI
- Der Hersteller macht keine klare Angabe, ob ein Rigg zum Lieferumfang gehört
- Maße250 x 83 x 15 cm
- Nutzlast130 kg
- AusrichtungFreeride
- LieferumfangPumpe, Tasche, Finnen
- HerstellerSTX über CampSup
Geeignet für: Wer schon segeln kann und ein wendiges Brett für mehr Wind will
Das STX 8'3 ist kein Anfängerbrett und will es auch nicht sein. Mit 250 Zentimetern ist es über einen Meter kürzer als das Gladiator, und diese Kürze macht es in Manövern beweglich, aber beim Stehenbleiben anspruchsvoll.
Freeride bedeutet in der Windsurfsprache: gebaut für schnelle Kurse und saubere Halsen, nicht für Wellen und nicht für gemütliches Dahingleiten. Wer segeln kann und den Sprung vom Paddelbrett zum echten Surfbrett machen will, findet hier die passende Auslegung.
83 Zentimeter Breite sorgen dafür, dass das Board trotz der geringen Länge noch Standfläche bietet. Die Nutzlast von 130 Kilogramm ist allerdings der niedrigste Wert in dieser Auswahl, viel Gepäck geht damit nicht mit.
Spricht dafür
- Mit 250 Zentimetern das kürzeste Board hier, entsprechend wendig in Manövern
- Freeride-Auslegung, gebaut für Halsen und schnelle Kurse statt für Geradeausfahrt
- 83 Zentimeter Breite geben trotz Kürze noch Standfläche
- Pumpe, Tasche und Finnen liegen bei
Spricht dagegen
- 130 Kilogramm Nutzlast sind der niedrigste Wert im Feld
- Für Einsteiger zu kurz, das Board reagiert unmittelbar auf jede Gewichtsverlagerung
- Kein Rigg im Lieferumfang
- Maße260 x 84 x 13 cm
- BauweiseDrop-Stitch TTS
- Dicke13 cm
- Länge8'6
- HerstellerCoasto
Geeignet für: Leichte Fahrer und alle, die wenig Platz zum Verstauen haben
Das Coasto Mir ist der günstige Einstieg. 260 Zentimeter Länge und 13 Zentimeter Dicke ergeben ein kleines, leichtes Brett, das sich in jedem Schrank verstauen lässt und keinen Kofferraum blockiert.
Die 13 Zentimeter Dicke sind zugleich die Einschränkung. Der Standard liegt bei 15 Zentimetern, und jeder fehlende Zentimeter kostet Volumen und damit Auftrieb. Für leichte Fahrer ist das unerheblich, wer über 90 Kilogramm wiegt, sollte zu einem dickeren Board greifen.
Gebaut ist das Board in Drop-Stitch-Bauweise mit TTS-Aufbau, also keine Billigmachart. Rigg und Paddel gehören nicht dazu, das Board ist als reines Brett gedacht.
Spricht dafür
- Günstigstes Board in diesem Vergleich
- 260 Zentimeter ergeben ein kleines Packmaß und wenig Gewicht
- 84 Zentimeter Breite halten das kurze Brett erstaunlich stabil
- Drop-Stitch in TTS-Bauweise, nicht die einfachste Machart in dieser Preisklasse
Spricht dagegen
- Mit 13 Zentimetern dünner als der Standard von 15 Zentimetern, das kostet Auftrieb
- Coasto macht keine Angabe zur maximalen Nutzlast
- Kein Rigg und kein Paddel im Lieferumfang
- UmfangBoard und Segel
- VentileHochdruck-Schraubventile
- Finnendrei Finnen
- ZubehörTragetasche
- HerstellervidaXL
Geeignet für: Wer WindSUP ausprobieren will, ohne viel Geld einzusetzen
Das vidaXL-Set ist der Weg, WindSUP auszuprobieren, ohne dreistellig ins Risiko zu gehen. Board und Segel kommen zusammen, dazu eine Tragetasche und drei Finnen.
Die drei Finnen sind ein durchaus sinnvolles Detail: Als Einzelfinne läuft das Board gerader, mit drei Finnen wird es wendiger. Gefüllt wird über Hochdruck-Schraubventile, die den Druck halten und sich nicht beim Abziehen des Schlauchs entleeren.
Die Schwäche liegt in der Datenlage. vidaXL nennt weder Länge noch Nutzlast noch Segelfläche, sodass sich vor dem Kauf nicht abschätzen lässt, für welches Fahrergewicht das Set gedacht ist. Wer mehr als einen Versuchsballon will, ist bei den Marken besser aufgehoben.
Spricht dafür
- Segel ist enthalten, damit das zweitgünstigste vollständige Set hier
- Drei Finnen, das Board lässt sich als Single- oder Dreifinner fahren
- Hochdruck-Schraubventile halten den Druck zuverlässig
- Tragetasche gehört zum Lieferumfang
Spricht dagegen
- vidaXL macht kaum Angaben zu Maßen, Gewicht und Nutzlast
- Segelfläche wird nicht genannt, die Auslegung bleibt unklar
- Kein Markenrigg, entsprechend niedriger sind die Erwartungen anzusetzen
Ratgeber: Was beim Kauf eines WindSUP Boards zählt
Mastfußeinsatz: Das entscheidende Merkmal. Ohne den eingelassenen Sockel im Deck lässt sich kein Rigg befestigen, und aus dem Board wird nie ein Windsurfer. Manche Hersteller bewerben Boards als segeltauglich, obwohl nur eine Öse verbaut ist. Vor dem Kauf im Datenblatt nachsehen.
Boardklassen nach Länge: Für Kinder gibt es Bretter von 7'0 bis 8'6, Wave-Boards liegen bei 9'0 bis 9'8, Allrounder bei 10'0 bis 11'5, Touringboards bei 11'5 bis 12'0 und Raceboards zwischen 12'0 und 14'0. Für WindSUP ist der Allroundbereich um 10'6 der übliche Startpunkt.
Dicke: 15 Zentimeter sind Standard. Einzelne Hersteller experimentieren mit 12,5 oder 13 Zentimetern, was Gewicht spart, aber Volumen kostet. Schwere Fahrer sollten bei 15 Zentimetern bleiben, sonst taucht das Board unter Last ein und wird beim Segeln bremsend.
Segelfläche: Einsteiger fahren mit 3 bis 5 Quadratmetern, ab 5,5 Quadratmetern beginnt der Bereich für Fortgeschrittene mit entsprechendem Körpergewicht. Ein zu großes Segel reißt den Anfänger schlicht vom Brett, ein zu kleines bringt bei wenig Wind keinen Vortrieb.
Finnen und Schwert: Beim Segeln driftet das Board seitlich ab, wenn nur die Heckfinne im Wasser ist. Deshalb haben WindSUP-Boards entweder eine Zentralfinne oder ein einsteckbares Schwert. Fehlt beides, fährt man beim Anluven mehr seitwärts als vorwärts.
Deckpad und Fußschlaufen: Unter Segel steht man anders als beim Paddeln, nämlich weit hinten und mit deutlich mehr Zug am Körper. Ein durchgehend rutschfestes Deckpad ist deshalb Pflicht, Fußschlaufen sind bei Freeride-Brettern üblich und geben zusätzlichen Halt.
Druck: 15 bis 18 psi sind die Regel, einzelne Boards vertragen bis 26 psi. Je härter das Brett, desto weniger biegt es sich unter dem Fahrer durch, und desto direkter setzt es Segeldruck in Fahrt um. Eine Doppelhubpumpe gehört bei diesen Drücken zur Grundausstattung.
Leash: Beim Windsurfen ohne Leash treibt ein Board bei Sturz schneller ab, als man hinterherschwimmen kann. Für WindSUP ist eine gerollte Leash die übliche Wahl, weil sie nicht im Wasser nachschleift. Die Bauformen sind im SUP Leash Test beschrieben.
Häufige Fragen
Was ist ein WindSUP genau?
Ein aufblasbares Stand-up-Paddle-Board mit zusätzlichem Mastfuß im Deck. Ohne Segel wird es wie jedes andere SUP gepaddelt, mit aufgestecktem Rigg wird daraus ein Windsurfbrett. Die Boards sind meist etwas breiter und dicker als reine Surfbretter, damit sie auch im Paddelbetrieb stabil liegen.Wie viel Wind braucht man zum WindSUP fahren?
Sechs bis acht Knoten reichen aus, um in Fahrt zu kommen, das entspricht einer leichten Brise, bei der sich Blätter bewegen. Bei weniger Wind wird gepaddelt, und genau das ist der Vorteil dieser Boards: Der Tag ist auch bei Flaute nicht verloren.Ist WindSUP für Anfänger geeignet?
Ja, sogar besser als klassisches Windsurfen. Die Boards sind breiter und liegen ruhiger im Wasser, sodass man beim Aufholen des Segels nicht ständig ins Wasser fällt. Empfehlenswert ist ein Board ab 10'6 Länge mit einem kleinen Segel zwischen 3 und 4,5 Quadratmetern.Wie schnell wird ein WindSUP?
Deutlich schneller als beim Paddeln. Im Segelbetrieb sind zweistellige Geschwindigkeiten normal, und für Windsurfbretter allgemein werden in der Fachpresse Spitzenwerte weit über 40 Kilometer pro Stunde genannt. Ein aufblasbares WindSUP bleibt aber unter diesen Werten, weil der Rumpf weicher ist als eine Hartschale.Brauche ich für WindSUP eine Leash?
Ja, unbedingt. Fällt man mit Rigg ins Wasser, treibt das Board bei Wind schnell ab. Üblich ist eine gerollte Leash, die im Wasser nicht nachschleift und beim Paddeln nicht stört. An Flüssen mit Strömung wird eine Sicherheitsleash mit Schnellverschluss empfohlen.Kann ich mein normales SUP zum WindSUP umbauen?
Nur, wenn ein Mastfußeinsatz vorhanden ist. Nachrüstlösungen mit Saugnapf oder Klebesockel halten den Zug des Riggs auf Dauer nicht aus. Fehlt der Sockel im Deck, bleibt es beim Paddelbrett, und ein WindSUP muss separat angeschafft werden.Fazit
Wer beide Sportarten wirklich ausüben will, kauft das BRUNELLI 10.8 Premium: Board, F2-Rigg, Paddel, Pumpe und Rollrucksack kommen zusammen, das Brett ist mit 8,3 Kilogramm das leichteste hier, und die Fusion-Bauweise gehört zum aktuellen Stand.
Das beste Verhältnis aus Preis und Können bietet das CampSup Gladiator mit 354 Zentimetern, 26 psi und montierbarem Kajaksitz. Erfahrene Surfer greifen zum kurzen STX Freeride, sparsame Einsteiger zum Coasto Mir. Wer die Sportart nur einmal ausprobieren will, kommt mit dem vidaXL-Set inklusive Segel am günstigsten weg, muss dort aber mit dünnen Herstellerangaben leben.







Hallo und vielen Dank, toller Artikel!
Wie sieht es mit der (max.) Finnen Groesse aus? Ich habe irgendwo gelesen, dass wegen der Festigkeit des Finnenkastens diese nicht zu gross werden sollte…
Die gleiche Frage könnte man sich dann auch bei den Segeln stellen – aus dem selben Grund…
Und zu den Finnen nochmal? Was wäre denn eine gute Kombination? Etwa groessere Centerfinne?
Habt Ihr da Infos?
Danke und Gruß