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Schlauchbootfahren ohne Führerschein: Ist das erlaubt?

Schlauchboot Führerscheinpflichtig auf See

Tatsächlich gibt es auch für Schlauchboote eine Führerscheinpflicht. Die Neuregelungen der „Verordnung zur Änderung sportbootrechtlicher Vorschriften im See- und Binnenbereich“ “ vom Mai 2017 definieren, wann ein Boot ohne Führerschein geführt werden darf. Grundsätzlich kann ein Schlauchboot ohne Führerschein gefahren werden, wenn die Motorleistung unter 15 PS (11,03 KW) liegt und das Boot nicht länger als 15 Meter ist.

(Regional können sich diese Werte unterscheiden.)

Für die Erteilung und Ausstellung der amtlichen Sportbootführerscheine sind verschiedene Ausschüsse des Deutschen Motoryachtverbandes zuständig.

Warum gibt es die Führerscheinpflicht für Schlauchboote?

Früher gab es keine gesetzlich vorgeschriebenen Bootsführerscheine, weil die Anzahl der aktiven Wassersportler recht klein war und diese in Segelsportvereinen organisiert waren. So war auch das Verkehrsaufkommen auf dem Wasser relativ gering. Die einzige Regel war das Gebot des Sportgeistes und der Fairness.

Als die Zeit der sportlichen Wettfahrten begann, war es auch an der Zeit für allgemeingültige Regeln. Daraus entstanden die Verbandsführerscheine.

Um einen reibungslosen Kontakt zwischen der Berufsschifffahrt und den sogenannten „Freizeitkapitänen“ zu gewährleisten, stellte der Gesetzgeber für alle verbindliche Regeln auf.
So wurde im Jahr 1967 der erste gesetzliche Sportbootführerschein ausgestellt.

Wo darf man in Deutschland mit einem Schlauchboot fahren?

So einfach ist es in Deutschland leider nicht. Um keine Strafe zu riskieren, sollte man sich genaue Informationen aus dem jeweiligen Revier beschaffen. Für die großen Wasserstraßen in Deutschland kann man Einblicke in die Verordnungen bei dem zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt erhalten.

Bei kleineren Gewässern wendet man sich am besten an den lokalen Wasserverband, die Touristikinformation oder den Wassersportverein. Es kann vorkommen, dass man Auflagen für entsprechende Sondergenehmigungen bei Fahrten mit einem Schlauchboot erfüllen muss. Hierzu können Gebühren anfallen.

Spezielle Regeln auf bestimmten deutschen Gewässern

Welchen Führerschein man braucht, kommt auf den Ort und das Gefährt an. In Deutschland existiert eine große Anzahl an verschiedenen Motorbootführerscheinen, wenn man vor hat, mit einem motorisierten Schlauchboot zu fahren.

  • Möchte man im Binnenbereich Motorboot fahren, ist als amtliche Erlaubnis der „Sportbootführerschein Binnen“ Pflicht.
  • Will man mit einem Motorboot auch auf Hoher See unterwegs sein, benötigt man den „Sportbootführerschein-See“.
  • Die Zulassungsvoraussetzungen für beide Führerscheine sind ein Mindestalter von 16 Jahren, die Vorlage eines Ärztlichen Zeugnisses und eines gültigen Autoführerscheins oder Führungszeugnisses.
  • Auf dem Rhein und der Spree gilt zudem eine Führerscheinpflicht für Fahrzeuge mit Motorisierung über 5 PS (3,68 KW), auf dem Bodensee ab 6 PS (4,4 KW).
  • Ein generelles Verbot gilt für das Befahren von Naturschutzgebieten oder Badeseen mit einem Motorboot.
  • Fahren ohne Führerschein führt bei einer Kontrolle zu Konsequenzen. Laut den Richtlinien für die Schifffahrt, kann das Bußgelder zwischen 100 und 5000 Euro bedeuten.

Fazit

Wie man feststellen kann, dürfen Schlauchboote mit einer Motorisierung bis zu 15 PS und einer Gesamtlänge unter 15 Meter auf vielen Gewässern ohne Führerschein gesteuert werden. Eine Altersbegrenzung gibt es hierbei nicht.

Fraglich ist, ob nicht gerade das Wissen, welches bei einem Führerscheinkurs gelehrt wird, essenziell zu einer Gefahrenminimierung auf dem Wasser beitragen kann. Auf der einen Seite würde eine generelle Führerscheinpflicht eine Bevormundung darstellen und dem Spaß und der Freude von Familien im Weg stehen. Auf der anderen Seite könnte sie sicher einige leichtsinnige und gefährliche Aktionen verhindern und somit sogar Leben retten.

Quellen:

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