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Schlauchboot entsorgen: Ist ein Schlauchboot Sperrmüll?

Wie muss man ein Schlauchboot entsorgen?

Viele Menschen bewahren in Kellerräumen oder Garagen Spielsachen und Sportgeräte auf. Viele davon sind defekt oder werden nicht mehr benutzt. Beim Ausmisten fällt manchmal ein Schlauchboot an. Es mögen zwar schöne Urlaubserinnerungen daran hängen – aber nun soll es entsorgt werden. Die Frage ist nur, wohin mit all dem Plunder.

Die Lösung, das Schlauchboot oder andere Kunststoff-Teile einfach an den Straßenrand zu stellen, ist nicht besonders klug. Manches ist recyclingfähig, anderes aber nicht. Im Internet finden sich verschiedene Ratschläge zum Thema Schlauchboot. So wird zum Beispiel geraten, ein zusammenfaltbares, aufblasbares Schlauchboot in kleine Teile zu zerschneiden und im Restmüll zu entsorgen. Bei dieser Methode stehen Aufwand und Endergebnis jedoch in keinem vernünftigen Verhältnis.

Gehört ein Schlauchboot eigentlich auf den Sperrmüll?

Den regionalen Abfallwirtschaftsbetrieben zufolge gehört ein Schlauchboot eindeutig auf den Sperrmüll. Doch das gilt nicht für alle Schlauchboote gleichermaßen. Auf dem Sperrmüll dürfen nur sogenannte Badeboote entsorgt werden. Dabei handelt es sich um leichte, von Hand aufblasbare Schlauchboote, die keinen festen Boden haben. Nach dem Ablassen der Luft können diese Schlauchboote klein zusammengefaltet werden. Alle Schlauchboote, die nicht zusammenfaltbar sind, oder nur teilweise aufgepumpt werden können, sind als Sondermüll anzusehen.

Die verschiedenen Schlauchboot-Arten

Ein Schlauchboot besteht aus verschiedenen Kunststoffen. Die meisten Menschen können nicht erkennen, ob es sich um Gummi, Plastik, Polyethylen, Polyvinylchlorid, Hypalon, Neopren oder Polyurethan oder Mischungen mehrerer Kunststoffe handelt. Abgesehen davon ist das für die Entsorgung unerheblich.

Grundsätzlich gilt: Der Sperrmüll ist nur für die leichten, als Badeboote gekennzeichneten Schlauchboote der richtige Platz. Dabei handelt es sich um einen saisonal genutzten Spaßartikel, der aufblasbar ist. Er besteht meistens nur aus einem Kunststoff. Im Gegensatz dazu bestehen hochwertigere und teurere Schlauchboote aus mehreren Kunststoffen. Ihre Entsorgung wird meistens über den Sondermüll abgewickelt.

Die sogenannten Badeboote

Schlauchboote können nach verschiedenen Kriterien unterschieden werden. Bei den sogenannten Badebooten handelt es sich um vollständig aufblasbare Schlauchboote ohne festen Boden. Außerdem gibt es vollständig aufblasbare Badeboote mit festen Einlegeböden oder aufblasbaren Böden. Der Fachbegriff für diese beiden Schlauchboottypen ist „Inflateables“. Bessere Modelle sind mit einem Mehrkammersystem ausgerüstet.

Allgemein gilt: Alle Badeboote bzw. Inflateables können auf dem Sperrmüll entsorgt werden. Das umfasst aufblasbare Schlauchboote, Kajaks und ähnliche aus Kunststoffen bestehenden Badeboote mit absehbarer Lebensdauer. Da es aber bei den Abfallwirtschaftsbetrieben regionale Unterschiede und Regularien geben kann, ist eine Nachfrage beim örtlichen Abfallwirtschaftsbetrieb sinnvoll. Gegebenenfalls gibt auch die Webseite der ABK Auskunft darüber, wie zu verfahren ist.

Die Festrumpfschlauchboote

Problematisch wird es bei den sogenannten Festrumpfschlauchbooten. Die fest montierten Böden dieser ebenfalls aufpumpbaren Schlauchboote bestehen aus Aluminium oder GFK. Hier sprechen Fachleute von „Rigid Hull Inflateable“ bzw. RIB-Schlauchbooten. Diese Schlauchboote können mit leistungsfähigen Motoren ausgerüstet werden.

Solche Schlauchboote haben einen deutlich besseren Auftrieb. Sie sind oft bei der Marine im Einsatz. Sie finden sich aber auch bei Segeltrainern oder Lebensrettern in Benutzung. Hier wäre der Sperrmüll der falsche Ort für eine Entsorgung. Der Grund: die hochwertigen Festrumpfschlauchboote bestehen aus mehreren Lagen verschiedener Kunststoffe. Je nach Einsatzzweck für das Festrumpfboot kann die Zusammensetzung sich unterscheiden.

Zur Verwendung kommen beispielsweise eine Außenschicht aus Hypalon sowie wahlweise Polyurethan oder PVC. Da Hypalon nicht gasdicht ist, werden die tragenden Schläuche innen mit mehreren Neoprenschichten gasdicht gemacht. Bei militärisch genutzten Schlauchbooten mit festem Rumpf können außerdem Karbonanteile oder andere schussfeste Materialien verwendet werden.

Solche Kunststoffmischungen sind erfreulich robust und widerstandfähig gegenüber Beschädigungen. Durch die verschiedenen, miteinander verbundenen Kunststoffschichten ergeben sich jedoch Probleme bei der Mülltrennung und Entsorgung. Daher sind Festrumpfboote ein Fall für den Sondermüll.

Kunststoffe und ihre Entsorgung

Viele billige Schlauchboote bestehen nur aus einem Kunststoff. Daher ist deren Entsorgung auch weniger umweltschädlich. Die teuren und hochwertigen Schlauchboote können jedoch aus mehreren Kunststoff-Schichten bestehen. Diese erhöhen die Stabilität und die Lebensdauer der Boote bis zu 10 oder 15 Jahren, je nach Klima und Nutzungsintensität.

Sperrmüll: Plastikboote bzw. Badeboote aus Kunststofffolien

Die meisten Badeboote haben keine lange Lebensdauer. Sie sind nämlich nicht gasdicht. Das verwendete Plastik kann preisgünstig hergestellt werden. Nach der Benutzung lassen die Nutzer die Luft ab und falten das Plastikboot zusammen. Die Entsorgung solcher Badeboote auf dem Sperrmüll ist möglich.

Sperrmüll: Badeboote aus Polyethylen

Kleinere Badeboote bestehen oft aus Polyethylen. Der Unterschied zum Plastikboot besteht darin, dass diese Badeboote sich nicht gut zusammenfalten lassen. Man kann sie weder aufblasen, noch die Luft herauslassen. Der Grund: die luftleeren Räume dieser Schlauchboote werden mit einer speziellen Schaumstoffart ausgefüllt. Die Bezeichnung „Schlauchboot“ ist für solche Badeboote eigentlich falsch. Sie wird aber unter Badenden trotzdem benutzt, weil die Optik einem Schlauchboot ähnlich ist. Ob solche Badeboote einfach auf den Sperrmüll entsorgt werden dürfen, ist fraglich.

Sperrmüll: Schlauchboote aus Gummi

Für viele Menschen sind die Begriffe „Schlauchboot“ und „Gummiboot“ identisch. Tatsächlich verweist der erste Begriff aber auf eine Konstruktionsweise. Der zweite Begriff verweist hingegen auf ein spezielles Material. Dieses ist dehnfähig und robust.

Schlauchboote aus Gummi haben eine lange Lebensdauer von maximal 30 Jahren und man muss manche Schlauchboote anmelden. Daher gewähren sie bei optimaler Pflege ein relativ kleines Entsorgungsproblem. Zudem können Gummiboote relativ leicht selbst repariert werden. Angesichts moderner Kunststoffe werden heute aber kaum noch Schlauchboote aus Gummi zu finden sein.

Sondermüll: Schlauchboote aus Polyvinylchlorid bzw. PVC

Da PVC zunehmend umstritten ist, verwenden nur noch wenige Hersteller diesen Kunststoff für die Herstellung von Schlauchbooten. Je häufiger solche Schlauchboote einer direkten UV-Strahlung oder höheren Wärmegraden ausgesetzt werden, desto schneller wird das Material porös und brüchig. Ein PVC-Schlauchboot ist bei der Entsorgung als umweltschädlich anzusehen. Der Grund dafür ist im Entweichen von Weichmacher-Anteilen zu sehen.

Der Laie erkennt jedoch nicht, welcher Kunststoff bei der Herstellung des Schlauchbootes benutzt wurde. Ob der örtliche Abfallwirtschaftsbetrieb ein PVC-Schlauchboot annimmt, ist zu erfragen. Fakt ist: Wird ein Schlauchboot aus PVC verbrannt, setzt es im Verbrennungsprozess hochgiftiges und krebserregendes Dioxin frei. Wird es auf einer Mülldeponie abgelegt, verrottet es praktisch nicht. Daher gilt für Schlauchboote aus PVC, dass diese Sondermüll darstellen.

Sondermüll: Schlauchboote aus Hypalon

Das Preis-Haltbarkeits-Verhältnis ist bei Schlauchbooten aus Hypalon bestens. Die Lebensdauer solcher Schlauchboote kann bei mehreren Jahrzehnten liegen. Insofern ist das Entsorgungsproblem kleiner als bei den billigen Plastik-Badebooten. Doch auch hier haben wir es mit mehreren Kunststofflagen mit Neoprenschichten zu tun.

Hypalon wird seit 2010 nicht mehr für den Bau von Schlauchbooten verwendet. Die Herstellung dieses Kunststoffes wurde eingestellt. Stattdessen werden umweltfreundlichere Kunststoffe miteinander kombiniert. Der Grund: Hypalon enthält Chlor und Salzsäure. Bei der Verbrennung solcher Schlauchboote entsteht Dioxin. Daher sind ältere Schlauchboote mit Hypalon-Anteilen als Sondermüll zu betrachten.

Sondermüll: Schlauchboote aus Polyurethan

Polyurethan ist eher selten das alleinige Material, aus dem ein Schlauchboot besteht. Stattdessen werden bei teureren Schlauchbooten meist Kombinationen von Neoprenlagen und Polyurethan oder anderen Kunststoff-Verbünden verarbeitet. Da solche Kunststoff-Kombinationen sich nur schwer reparieren lassen, landen solche Boote oft bei Schäden auf dem Müll. Das ist aber oft erst nach ca. 15 Jahren der Fall.

Sondermüll: Schlauchboote aus Neopren

Korrekter wäre, von Schlauchbooten MIT Neopren zu sprechen. Der Grund dafür ist, dass reine Neopren-Schlauchboote nicht ausreichend strapazierfähig wären. Daher finden sich die Neoprenschichten in einem Schlauchboot meistens zwischen anderen Kunststoffen wie Polyurethan, Hypalon oder PVC.

Daher gilt: Je mehr unterschiedliche Kunststoffe bei der Herstellung von Schlauchbooten eingesetzt werden, desto eher sind Schäden an Falt- und Knickstellen zu erwarten. Zugleich wird die Reparatur solcher Schlauchboote erschwert. Je mehr Kunststoffe zur Anwendung kommen, desto schwerer und umweltbelastender wird die Entsorgung.

Wie steht es nun um die Entsorgung von Schlauchbooten?

Die Frage, ob ein Schlauchboot nun auf den Sperrmüll gehört oder als Sondermüll anzusehen ist, ist für einen Laien oft schwer oder gar nicht zu beantworten. In den meisten Fällen liegen bei Ende der Lebensdauer keine Hersteller-Angaben über die verwendeten Materialien mehr vor.

Die billigen Badeboote, erkennbar an ihrer Aufpumpbarkeit, ihrer kurzen Lebensdauer und ihrer Faltbarkeit, sind problemlos auf dem Sperrmüll zu entsorgen. Die meisten hochwertigeren Schlauchboote werden jedoch aus mehreren Kunststoffen angefertigt. Diverse dieser Kunststoffe sind extrem umweltschädlich bei Verbrennung. Sie sind bei einer Deponielagerung kaum verrottbar.

PVC gilt bei der Entsorgung als schlechteste aller Möglichkeiten. PVC hat eine negative Ökobilanz, ebenso wie das Hypalon. Ältere Schlauchboote sind aber oft noch damit angefertigt worden. Zwar werden heute zunehmend umweltfreundlichere Kunststoffe für die Schlauchboot-Herstellung verwendet. Doch das Entsorgungsproblem bleibt bei solchen Verbundstoffen bestehen.

Letztlich obliegt es oft dem Abfallentsorgungsbetrieb, die Entsorgung von Schlauchbooten in die richtigen Bahnen zu lenken. Zu hohe Anteile an Plastikmüll werden in Deutschland heute noch verbrannt. Das wird sich zukünftig ändern müssen.

Fazit

Kleinere Schlauchboote, die als Badeboote benutzt wurden, können auf dem Sperrmüll entsorgt werden. Die Grundregel lautet: alles, was zu groß für den Restmüll ist, darf auf den Sperrmüll. Ausnahme: alles, was aus Verbundmaterialien besteht und als Sondermüll gilt.

Bei größeren Schlauchbooten, die nur schlecht zusammengelegt oder nur teilweise aufgepumpt werden können, ist anzunehmen, dass es sich um Sondermüll handelt. Im Zweifelsfall ist ein Anruf beim Abfallentsorgungsbetrieb sinnvoll.

Ein defektes Schlauchboot in handliche Teile zu zerschneiden und dem Hausmüll zuzuführen, ist nicht als sachgerechte Entsorgung anzusehen. Auch die Möglichkeiten des Recyclings oder des eigenen Upcyclings solcher Materialien sind extrem limitiert. Ihre Gesundheitsschädlichkeit verbietet beides.

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