Ein Elektro-Außenborder ist auf vielen Gewässern die einzige erlaubte Antriebsart, und auf allen anderen die angenehmere: kein Lärm, keine Abgase, kein Ölgemisch. Für Schlauchboote, Angelboote und kleine Kajaks reichen die führerscheinfreien Modelle bis 5 PS Vergleichsleistung völlig aus, und die hier vorgestellten Motoren liegen alle deutlich darunter.
Die entscheidende Zahl ist der Schub in lbs oder die Leistung in Watt. Sie muss zum Bootsgewicht passen, nicht zur Wunschgeschwindigkeit. Wir haben die vier lieferbaren Motoren gegenübergestellt und dazu aufgeschrieben, welche Batterie tatsächlich dahinter gehört, denn die liegt bei keinem Modell bei.
Die Top 3 auf einen Blick
Alle Elektromotoren im Vergleich
| Elektromotor | Schub | Leistung | Salzwasser | Gänge |
|---|---|---|---|---|
| Minn Kota Endura 30 C2Beste Verarbeitung | 30 lbs | nicht angegeben | nicht angegeben | nicht angegeben |
| LENJKYYO AußenborderMeiste Kraft | 80 lbs | 800 W, 1,2 PS | nicht angegeben | 5 vorwärts, 3 rückwärts |
| Miganeo TRS 62 lbsFür Salzwasser | 62 lbs | 696 W | ja, ausdrücklich | 5 vorwärts, 3 rückwärts |
| Intex Trolling MotorGünstigster Einstieg | nicht angegeben | 420 W | nicht angegeben | 5 vorwärts, 3 rückwärts |
Die Motoren im Einzelnen
- Schub30 lbs laut Modellbezeichnung
- Spannung12 V
- Anzeigeintegrierte Batterieanzeige
- BauartElektro-Außenborder mit Pinnensteuerung
- HerstellerMinn Kota
- Einsatzkleine Boote, Angelboote, Kajaks
Geeignet für: Wer den Motor jahrelang und regelmäßig nutzt und Wert auf Ersatzteilversorgung legt
Minn Kota ist in dieser Warengruppe der Name, hinter dem die längste Erfahrung steht, und die Endura-Reihe ist der Klassiker für kleine Boote. Wer schon einmal einen No-Name-Motor nach der zweiten Saison entsorgt hat, weiß, warum Ersatzteilversorgung und Verarbeitung mehr wert sind als eine große Zahl auf dem Karton.
Mit 30 lbs Schub ist die Endura 30 der schwächste Motor im Vergleich. Das reicht für ein Schlauchboot, ein Kanu oder ein leichtes Angelboot, um damit ruhig über einen See zu ziehen. Wer ein schwereres Boot bewegen oder gegen Strömung ankommen will, braucht mehr, und findet das in dieser Liste bei LENJKYYO oder Miganeo.
Die Batterieanzeige sitzt direkt am Motorkopf und zeigt, wie viel Fahrzeit noch bleibt. Das ist bei einem Elektroantrieb die wichtigste Information überhaupt, denn anders als beim Benziner hört man dem Motor die Reserve nicht an. Für ferngesteuerte Modellboote statt echter Motoren lohnt der Blick in unseren Vergleich der ferngesteuerten Boote mit langer Fahrzeit.
Spricht dafür
- Minn Kota ist der etablierteste Hersteller in dieser Warengruppe, entsprechend gut ist die Ersatzteillage
- Integrierte Batterieanzeige zeigt den Ladestand direkt am Motorkopf
- Die C2-Baureihe ist seit Jahren am Markt und entsprechend erprobt
- 30 lbs reichen für Schlauchboote, Kanus und leichte Angelboote aus
- Pinnensteuerung mit direkter Rückmeldung, typisch für die Endura-Reihe
Spricht dagegen
- Der geringste Schub im Vergleich, für schwere Boote zu schwach
- Die Herstellerangaben bei Amazon sind ungewöhnlich knapp gehalten
- Keine Angabe zur Salzwassertauglichkeit, die Endura-Reihe ist als Süßwassermotor bekannt
- Preislich im oberen Feld, ohne die Ausstattung der günstigen Konkurrenz
- Schub80 lbs, etwa 36 kg
- Leistung800 W, 1,2 PS
- Spannung12 V
- Gewicht10 kg netto
- Steuergriffteleskopierbar 45 bis 56 cm
- Motorkopfin 10 Winkeln neigbar
- PropellerDreiblatt aus Nylon
- MastAluminiumlegierung, korrosionsbeständig
Geeignet für: Schwerere Schlauchboote und Angelboote mit mehreren Personen an Bord
Der LENJKYYO ist der kräftigste Motor in diesem Vergleich: 800 Watt und 80 lbs Schub, was etwa 36 Kilogramm Zugkraft entspricht. Der Hersteller nennt Boote mit sechs bis acht Personen als Einsatzbereich, was für die Warengruppe der führerscheinfreien Motoren am oberen Ende liegt.
Bemerkenswert ist das Verhältnis von Leistung zu Gewicht. Zehn Kilogramm sind für diese Kraftklasse wenig, was am Aluminiummast und am Nylon-Dreiblattpropeller liegt. Der Motor lässt sich damit noch allein vom Auto zum Steg tragen, und genau daran scheitert bei stärkeren Motoren oft die Praxis.
Der Teleskopgriff von 45 auf 56 Zentimeter und der in zehn Stufen neigbare Motorkopf machen ihn anpassungsfähig. Wichtig ist die passende Batterie: Wer 800 Watt abruft, entleert eine kleine 60-Ah-Batterie in gut einer Stunde. Für längere Touren gehört hier eine Versorgungsbatterie mit 100 Ah oder mehr ins Boot.
Spricht dafür
- 80 lbs Schub sind der stärkste Antrieb im Vergleich, laut Hersteller für Boote mit 6 bis 8 Personen
- Nur 10 Kilogramm Nettogewicht trotz der höchsten Leistung im Feld
- Teleskopgriff von 45 auf 56 Zentimeter ausziehbar, dadurch auch im Stehen bedienbar
- Motorkopf in 10 Winkeln neigbar, hilfreich bei wechselnden Wassertiefen
- Reinkupfermotor mit geringer Wärmeentwicklung laut Hersteller
- Display auf der Motoroberseite zeigt den Batteriestand in Echtzeit
- 5 Vorwärts- und 3 Rückwärtsgänge für präzises Manövrieren
Spricht dagegen
- Neu am Markt, es fehlen Langzeiterfahrungen mit dem Modell
- Keine Angabe zur Salzwassertauglichkeit
- Der hohe Schub zieht eine große Batterie nach sich, sonst ist die Fahrzeit kurz
- Produktbeschreibung ist maschinell übersetzt
- Schub62 lbs
- Leistung696 W
- Spannung12 V
- GewässerSüß- und Salzwasser
- SchraubenEdelstahl
- Gänge5 vorwärts, 3 rückwärts
- Steuerungausziehbare Pinne, 360 Grad
- AnzeigeLED-Batterieanzeige mit 5 Leuchten
Geeignet für: Wer am Meer oder im Brackwasser unterwegs ist, wo Süßwassermotoren korrodieren
Der Miganeo TRS ist der einzige Motor in diesem Vergleich, für den der Hersteller Salzwasser ausdrücklich freigibt. Wer an der Küste fährt, sollte darauf nicht verzichten: Salzwasser frisst sich innerhalb einer Saison durch Aluminiumteile und Verschraubungen, die dafür nicht ausgelegt sind. Edelstahlschrauben sind hier der sichtbare Teil dieser Auslegung.
Mit 62 lbs und 696 Watt sitzt er zwischen der schwachen Endura und dem starken LENJKYYO. Das ist für die meisten Schlauchboote und Angelboote genau der richtige Bereich, weil mehr Schub vor allem mehr Batterieverbrauch bedeutet und selten mehr Geschwindigkeit.
Praktisch gelöst sind die Verstellmöglichkeiten. Eintauchtiefe und Lenkdruck lassen sich stufenlos anpassen, die Schnellklappvorrichtung hebt den Propeller aus dem Wasser, bevor er im Flachen aufsetzt. Die LED-Anzeige mit fünf Stufen ist gröber als ein Display, aber während der Fahrt schneller abzulesen. Für passende Boote lohnt der Blick in unseren Vergleich der Schlauchboote für 2 Personen.
Spricht dafür
- Ausdrücklich für Süß- und Salzwasser freigegeben, das bietet sonst kein Modell hier
- Edelstahlschrauben an den kritischen Stellen gegen Korrosion
- 62 lbs Schub sind mehr als ausreichend für Schlauchboote und mittlere Angelboote
- 360-Grad-Steuerung mit ausziehbarer Pinne, gut kontrollierbar beim Anlegen
- Eintauchtiefe des Propellers und Lenkdruck stufenlos einstellbar
- Schnellklappvorrichtung erleichtert das Anheben in flachem Wasser
- LED-Batterieanzeige mit fünf Stufen, gut ablesbar während der Fahrt
Spricht dagegen
- Der Hersteller nennt eine Autobatterie als möglich, dabei sind Versorgungsbatterien deutlich besser geeignet
- Keine Angabe zum Gewicht des Motors
- Weniger Schub als der LENJKYYO bei ähnlichem Preis
- Salzwassertauglich heißt nicht wartungsfrei, nach jeder Fahrt ist Spülen mit Süßwasser Pflicht
- Leistung420 W
- Spannung12 V
- Anzeigeintegrierte Batterieladeanzeige
- Gänge5 vorwärts, 3 rückwärts
- Farbeschwarz
- EinsatzIntex-Schlauchboote und leichte Boote
Geeignet für: Gelegentliche Ausfahrten mit einem leichten Schlauchboot, meist einem von Intex selbst
Der Intex Trolling Motor ist der Einstieg in dieser Liste und richtet sich vor allem an Besitzer von Intex-Schlauchbooten, weil er ohne Zwischenlösung an deren Motorhalterungen passt. Mit 420 Watt ist er der schwächste Antrieb hier, und das ist an einem leichten Schlauchboot auf einem ruhigen See kein Nachteil.
Die Ausstattung überrascht für den Preis: Batterieladeanzeige, fünf Vorwärts- und drei Rückwärtsgänge sind dieselben Grundfunktionen wie bei den doppelt so teuren Motoren. Was fehlt, sind belastbare Herstellerangaben, denn weder Schub noch Gewicht werden genannt.
Realistisch ist er der Motor für gelegentliche Ausfahrten, nicht für lange Angeltouren gegen Wind. Wer mehr Boot bewegt oder regelmäßig fährt, ist mit dem Miganeo oder dem LENJKYYO besser bedient, weil dort Kraftreserven bleiben, statt den Motor dauerhaft am Anschlag zu fahren.
Spricht dafür
- Günstigster Motor im Vergleich
- 420 Watt reichen für leichte Schlauchboote und ruhige Gewässer aus
- Integrierte Batterieladeanzeige trotz des niedrigen Preises
- 5 Vorwärts- und 3 Rückwärtsgänge wie bei den teureren Modellen
- Von Intex, passt damit ohne Bastelei an die Halterungen der eigenen Schlauchbootserie
Spricht dagegen
- Schwächste Leistung im Vergleich, an schwereren Booten überfordert
- Sehr knappe Herstellerangaben, weder Schub noch Gewicht sind genannt
- Keine Angabe zur Salzwassertauglichkeit
- Für die Montage an fremden Booten braucht es meist eine passende Halterung
Welcher Elektromotor für welchen Fall
Ratgeber: Was beim Elektromotor fürs Boot zählt
Schub statt Wattzahl: Die aussagekräftigere Größe ist der Schub in lbs. Als Faustregel gelten rund 2 lbs Schub je 50 Kilogramm Gesamtgewicht von Boot, Batterie und Besatzung. Ein beladenes Schlauchboot mit zwei Personen kommt damit auf etwa 20 bis 30 lbs Mindestbedarf, und alles darüber ist Reserve für Wind und Strömung.
Die Batterie liegt nie bei: Bei keinem der Motoren hier gehört eine Batterie zum Lieferumfang, und sie kostet oft mehr als der Motor. Autobatterien sind die falsche Wahl, weil sie auf kurze Startströme ausgelegt sind und tiefe Entladung schlecht vertragen. Richtig sind Versorgungs- oder Traktionsbatterien, bei 12 Volt üblicherweise mit 80 bis 100 Amperestunden.
Fahrzeit realistisch rechnen: Leistung geteilt durch Spannung ergibt den Strom. Ein 800-Watt-Motor zieht bei Vollgas rund 66 Ampere und entleert eine 100-Ah-Batterie in etwa anderthalb Stunden. Wer die halbe Stufe fährt, kommt auf ein Vielfaches davon, weshalb der Ladestand vor allem eine Frage der Fahrweise ist.
Bug oder Heck: Am Heck montiert schiebt der Motor das Boot, das ist die einfache und übliche Lösung. Am Bug montiert zieht er, was beim Angeln deutlich präziser zu steuern ist, weil das Boot dem Zug folgt statt sich quer zu stellen. Die meisten Modelle lassen beides zu.
Salzwasser braucht eine Freigabe: Nur wo der Hersteller Salzwasser ausdrücklich nennt, sind Werkstoffe und Verschraubungen dafür ausgelegt. Und selbst dann gilt: nach jeder Fahrt mit Süßwasser abspülen, sonst kristallisiert Salz in den Dichtungen und Lagern.
Was erlaubt ist: Elektromotoren mit geringer Leistung sind in Deutschland auf vielen Gewässern führerscheinfrei nutzbar, aber die Regeln sind Ländersache und je Gewässer verschieden. Auf manchen Seen ist jeder Motor verboten, auf anderen sind Elektromotoren ausdrücklich erlaubt, wo Benziner es nicht sind. Vor der ersten Fahrt lohnt der Blick in die örtliche Schifffahrtsordnung.
Häufige Fragen
Wie viel Schub braucht mein Boot?
Als Faustregel gelten etwa 2 lbs Schub je 50 Kilogramm Gesamtgewicht aus Boot, Batterie und Besatzung. Ein Schlauchboot mit zwei Personen kommt so auf 20 bis 30 lbs Mindestbedarf. Mehr Schub bedeutet vor allem mehr Reserve bei Wind und Strömung.Welche Batterie gehört zu einem Elektro-Außenborder?
Eine 12-Volt-Versorgungs- oder Traktionsbatterie mit 80 bis 100 Amperestunden. Autobatterien sind ungeeignet, weil sie für kurze Startströme gebaut sind und tiefe Entladung schlecht vertragen. Die Batterie liegt bei keinem der Motoren bei.Wie lange hält eine Batterieladung?
Das hängt an der Fahrstufe. Ein 800-Watt-Motor zieht bei Vollgas rund 66 Ampere und leert eine 100-Ah-Batterie in etwa anderthalb Stunden. In mittlerer Stufe kommt man auf ein Vielfaches davon.Braucht man für einen Elektromotor einen Bootsführerschein?
Für die hier vorgestellten Leistungsklassen in der Regel nicht, die Grenze liegt in Deutschland bei 15 PS Antriebsleistung. Die Regeln sind aber je Bundesland und je Gewässer verschieden, weshalb vor der ersten Fahrt die örtliche Schifffahrtsordnung gilt.Darf ein Elektromotor ins Salzwasser?
Nur wenn der Hersteller das ausdrücklich freigibt, im Vergleich hier ist das der Miganeo TRS. Süßwassermotoren korrodieren im Salzwasser innerhalb kurzer Zeit. Auch freigegebene Motoren gehören nach jeder Fahrt mit Süßwasser abgespült.Fazit
Wer den Motor regelmäßig nutzt, greift zur Minn Kota Endura 30 C2. Sie hat den geringsten Schub im Feld, dafür steht der erfahrenste Hersteller der Warengruppe dahinter, und bei einem Gerät, das jede Saison in Wasser und Sonne steht, zählt Haltbarkeit mehr als eine große Zahl.
Braucht es Kraft, ist der LENJKYYO mit 80 lbs bei nur zehn Kilogramm die beste Wahl, für Fahrten im Salzwasser führt am Miganeo TRS kein Weg vorbei. Der Intex bleibt der günstige Einstieg für leichte Schlauchboote. Bei allen vier gilt: Die passende Versorgungsbatterie einplanen, sie entscheidet über die Fahrzeit und kostet oft mehr als der Motor selbst.




