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SUP Kajak: So wandelst du ein SUP Board in ein Kajak um

Stand up Paddling ist gerade voll im Trend. Gut sehen kann man das an der Kreativität der zahlreichen Paddler, die zu zahlreichen neuen Nutzungsmöglichkeiten von Stand up Paddling Boards geführt hat. Eine Reihe von Unterdisziplinen von SUP haben sich mittlerweile etabliert. SUP Yoga und SUP Angeln dürften dabei die bekanntesten sein.

Für das Angeln, aber auch für andere Nutzungen haben sich die Hersteller von Stand up Paddling Boards nun etwas ganz Neues ausgedacht. Hybriden aus SUP Board und Kajaks sollen das Beste aus beiden Welten vereinen. Eine lange Tour auf dem Paddelboard ist zwar eine coole Erfahrung, aber nach einiger Zeit, wird das Stehen auf dem Brett recht anstrengend. Die SUP-Kajak-Hybriden sind schnell unterwegs und ermöglichen dir auch mal eine kurze Verschnaufspause.

Viele Leute wissen von den Mischungen aus Kajak und SUP. Häufig werden Sets angeboten, die einen Kajaksitz enthalten. Das entsprechende Board kann dann in wenigen Handgriffen in ein Kajak verwandelt werden. Weiterhin gehört ein mehrteiliges Paddel zum Set, bei dem der Griff gegen ein weiteres Paddelblatt ausgewechselt werden kann und so zum Kajakpaddel wird.

Die meisten Stand Up Paddler, mit denen wir über dieses Thema gesprochen haben, ist allerdings nicht bewusst, dass man grundsätzlich jedes Paddelboard in ein Kajak umwandeln kann. Alles, was es dafür braucht, sind einige kleine Modifikationen am SUP.

Für diese kleinen Modifikationen braucht es keinerlei handwerkliches Können und die Substanz der Stand up Paddling Boards wird angegangen. Ernsthafte Beschädigungen sind daher quasi ausgeschlossen.

In unserer praktischen Schritt-für-Schritt Anleitung führen wir dich durch den Prozess. Hier lernst du, wie auch du dein SUP in ein Kajak umwandeln kannst.

SUP in Kajak umwandeln: Schritt-für-Schritt Anleitung

Ein Kajak unterscheiden im Prinzip drei wesentliche Punkte von einem SUP Board. Für ein Kajak braucht es einen Kajaksitz, ein Kajak-Paddel und einen Paddelhalter. Im Folgenden findest du (jeweils kurze) Anleitungen, wie du die einzelnen Teile auf einem existierenden Stand up Paddling Board montieren kannst.

Der Kajaksitz

Bei der Auswahl eines geeigneten Kalk Sitzes ist zu beachten, dass dieser entsprechend den Rücken stützt soll. Im Wesentlichen gibt es zwei Arten von Kajaksitzen. Die einen legen sich wie eine Schlinge um den Körper, dass man sich entspannt zurücklehnen kann. Die anderen sind normale Sitze mit einer festen Lehne wie man es vom Autofahren kennt.

Präferenzen sind hier eine persönliche Sache. Für SUP Angeln würden wir allerdings ausschließlich zu Modellen mit fester Lehne raten, weil diese einen aufrechten Sitz ermöglichen. Speziell für SUP Fishing geht der Trend ohnehin zur Kühltruhe mit integriertem Sitz. Hier werden gleich zwei Fliegen geschlagen: Die Konstruktion ist eine solide und erhöhte Sitzgelegenheit und bietet gleich noch Stauraum für die Ausrüstung, Proviant und den Fang.

Die Montage der verschiedenen Arten von Kajaksitze verläuft ähnlich ab. Typischerweise werden bei einem festen Sitz, der einen bessere Unterstützung des Rückens gewährt, für die Monate vier freie D-Ringe benötigt. Durch diese D-Ringe werden Leinen zum Sitz gespannt und an diesem fixiert. Auf beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils zwei Leinen (stets eine führt nach vorne und eine nach hinten).

Die Positionierung des Sitzes auf dem Board ist sehr wichtig, um die bestmögliche Balance zu gewährleisten. Ein guter Ansatzpunkt zur Bestimmung des idealen Ort ist der zentrale Tragegriff. Dieser befindet sich nämlich nicht genau der Mitte des Boards sondern genau auf dem Schwerpunkt.

Von diesem Punkt ausgehend solltest du die Positionierung noch etwas perfektionieren. Lege dazu das Board ins Wasser und hole dir einen Helfer hinzu. Setze dich nun auf das Board und lass deinen Helfer überprüfen, ob das Board vorne oder hinten aus dem Wasser heraus steht. Die beste Position für den Kajaksitz ist die, bei der die Spitze des Boards leicht aus dem Wasser steht.

Die Montage eines SUP Kajaksitzes erfordert meistens vier freie D-Ringe. Aber was ist, wenn das SUP Board keine freien D-Ringe mehr hat?

In diesem Fall ist es nötig, einige D-Ringe im Nachhinein auf dem Board anzubringen. Keine Angst die Montage erfordert weder handwerkliches Fachwissen noch größere Investitionen.

D-Ringe anbringen

Alles, was du dafür brauchst, sind einen D-Ring, Handschuhe, einen Bleistift, einen PVC-Kleber (Wir empfehlen den Kleber von fishingglue*), einen Metalllöffel und Klebestreifen.

Zunächst wird die zu beklebende Stelle auf dem aufgepumpten SUP Board sowie der D-Ring Patch mit Aceton oder Alkohol gründlich gereinigt. Anschließend legst du den D-Ring an der gewünschten Stelle auf das Board und umrandest diesen mit dem Bleistift. Trage nun eine dünne Schicht des PVC-Kleber im umrandeten Bereich auf. Nun wird ebenfalls auf dem D-Ring Patch eine dünne Schicht des Klebstoffes aufgetragen.

Lasse beide Klebeschichten für wenige Minuten (circa 2 bis 3 Minuten) härten. Platziere den D-Ring nun an der angedachten Stelle. Mit dem Metalllöffel werden in der Folge vorsichtig die Luftblasen herausgedrückt.

Ist das erledigt, müssen nur noch Klebereste entfernt werden und die Ränder des D-Rings mit Klebestreifen versiegelt werden. Jetzt heißt es einen Tag abwarten, bis es mit dem Board wieder ins Wasser gehen kann.

Eine andere Möglichkeit ist, sich für diese Montage der D-Ringe professionelle Hilfe zu holen. Zahlreiche SUP Onlineshops bieten Instruktionen oder Services für das Nachrüsten bestimmter Accessoires (z.B. auch für D-Ringe) an.

Kajak Paddel

Essentiell für das Kajakfahren ist die richtige Ausrüstung. Das passende Kajak Paddel ist dabei am wichtigsten. Ein Kajak Paddel ist grundsätzlich ein Doppelpaddel, mit dem in einer Bewegung abwechselnd auf beiden Seiten des Bretts gepaddelt wird.

Kajakpaddel gibt es in den unterschiedlichsten Variationen. Für den Transport sind mehrteilige Paddel praktisch, da sich diese in ihre Einzelteile zerlegen lassen und so beispielsweise in einem Rucksack verstaubar sind.

Einige Hersteller haben aufgrund der immer beliebter werdenden Doppelnutzung der SUP Boards als Kajak spezielle SUP-Kajak-Sets auf den Markt gebracht. In diesen ist typischerweise ein mehrteiliges SUP Paddel enthalten, bei dem sich das der T-Griff entfernen und gegen ein weiteres Paddelblatt austauschen lässt. Auf diese Weise wird in Windeseile aus einem typischen dreiteiligen SUP Paddel ein Doppelpaddel fürs Kajakfahren.

Das Problem an den doppelt genutzten Paddel ist jedoch, dass sie nicht in der selben Liga wie die rein fürs Kajakfahren gemachten Paddel spielen. In Sachen Performance schneiden die umfunktionierten SUP Paddel weit schlechter als normale Kajakpaddel ab.

Das liegt an Kraftverlusten an den Verbindungsstellen und der suboptimalen Ausrichtung, Neigung und Größe der Paddelblätter. Für unerfahrene Kajakfahrer oder Stand Up Paddler, die einfach nur ihren Spaß haben wollen, ist das allerdings kein Hindernis. Mit einem solchen umfunktionierten Doppelpaddel lässt es sich ebenfalls gut paddeln.

Im Zweifel oder wenn es sportlicher zugehen soll, kann man sich auch ein richtiges Kajakpaddel anschaffen.

Paddelhalter

Der beste Weg um auch mal auf dem Board zu entspannen, ist sich einen Paddelhalter anzuschaffen. Wenn das Paddel gerade nicht genutzt wird, kann diese mit einem Paddelhaltern einfach auf dem Board befestigt werden. Dann kannst du sorgenfrei eine Runde schwimmen gehen oder ein kleines Nickerchen machen.

Mehrteilige Paddel können alternativ auch in die Einzelteile zerlegt und unter einem Gepäcknetz fest gespannt werden.

Eine extra Montageanleitung für Paddelhalter ist meistens nicht notwendig. Häufig ähnelt das Vorgehen dem bei D-Ringen. Unsere Anleitung weiter oben auf diese Seite müsste alle Fragen bereits beantworten.

Fazit

Wir sind ein großer Fan von Paddel Boarding als auch vom Kajakfahren. Beides macht wirklich großen Spaß, aber in bestimmten Fällen kann das Kajaken auf dem SUP Board einfach die bessere Wahl sein.

Die sitzende Position ist unserer Meinung eine echt gute Idee für längere Touren. Durch das doppelseitige Paddel lässt sich eine hohe Geschwindigkeit aufbauen. Auch wenn du damit nicht die Geschwindigkeit von echten Kajaks erreichst, ist die Erfahrung mit dem umfunktionierten SUP trotzdem vergleichbar.

Wenn man bedenkt, dass die Umrüstung eines SUP Boards zu einem Kajak weder viel Geld kostet noch viel Aufwand erfordert, ist das wirklich eine tolle Idee, um noch mehr aus dem SUP Board rauszuholen.

Für bestimmte Einsatzzwecke wie beispielsweise dem SUP Angeln sind die montierbaren Sitze und anderen Elemente vom Kajaksport (wie beispielsweise die Paddelhalter) eine tolle Erweiterung. Beim Angeln will man schließlich nicht stundenlang stehen müssen und das Paddel muss ohnehin irgendwo sicher verstaut werden. Da kommen ein Kajaksitz und ein Paddelhalter gerade recht.

Wir sind davon überzeugt, dass jemand, der ein Paddel Board in ein Kajak umwandelt, wirklich das Beste vom Stand up Paddling und Kajakfahren vereint. Die Umwandlung ist dabei super einfach, kostet wenig Geld und geht schnell vonstatten.


Quellen

[1] https://www.zeit.de/2015/29/stand-up-paddling-litauen-memeldelta-reisen

[2] https://www.stand-up-paddling.org/d-ringe-fuer-sup-board/anbringen/

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