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Windsurfschein: Was ist das? Ist das Pflicht?

Das erste Windsurfbrett wurde 1970 in den USA patentiert – und hat sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem weltweiten Phänomen entwickelt. Besonders in den 1990er Jahren gab es einen großen Hype um das Windsurfen, welcher aus dem Flair diverser TV-Serien (und Surfer Filmen) aus diesem Jahrzehnt herrührt.

Das dort vermittelte Gefühl von Freiheit und der Spirit des Reisens, haben die Träume der Zuschauer erweckt. Heute wird die Sportart vor allem in Küsten- und Seenregionen praktiziert.

Am Anfang steht es zunächst im Vordergrund, das Brett zu beherrschen. Erst dann kann über gewagtere Manöver, wie z.B. diverse Sprünge nachgedacht werden.

Die Sportart in Deutschland

Im Jahr 2003 wurde in Deutschland der erste Windsurf-Verein gegründet. In den darauffolgenden Jahren wurde das Windsurfen auch in Deutschland immer beliebter. Auf zahllosen Gewässern kann die Sportart innerhalb Deutschlands ausgeübt werden. Beliebte Spots finden sich beispielsweise an der Ostsee oder der Lübecker Bucht.

Drei populäre Spots zum Windsurfen in Deutschland

#1 Neu Mukran

Auf der Insel Rügen findet sich Neu Mukran, einer der Top-Spots zum Windsurfen in Deutschland. Ein Grund dafür ist, dass aufgrund geografischer Umstände die Wellen die halbe Ostsee überqueren, ohne gebrochen zu werden. Dadurch werden diese schön groß und brechen sauber über die lokale Sandbank.

Dieser Tatsache sei dank werden die Wellen bis zu drei Meter hoch. In diesem Areal ist für sämtliche Erfahrungslevel etwas geboten. Allerdings ist auf ein altes Schiffswrack, das sich im seichten Wasser befindet, zu achten.

#2 Dahmeshöved

Dieser Spot in der Lübecker Bucht ist nur für Fortgeschrittene oder gar Experten geeignet. Die Wellen sind lang anlaufend, was genügend Zeit für diverse Manöver lässt.

Die Parkplatzsituation schaut insgesamt gut aus, jedoch müssen die Boards auch ein Stück getragen werden, um zum Dahmeshöved zu gelangen.

Die lokale Wiese hat als Parkplatz ausgedient, da diese sich in einem Naturschutzgebiet befindet. Deshalb muss auf Parkplätze ausgewichen werden, die ein wenig außerhalb sind.

#3 Brandenburger Strand

An diesem auf Sylt gelegenen Strand findet jedes Jahr die Weltmeisterschaft im Windsurfen statt. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass hier nur Experten auf das Wasser gehen sollten.

Die Wellen werden aufgrund der geografischen Konstitutionen in der Nordsee einiges größer, wie in der Ostsee. Wellenhöhen von bis zu vier Metern im Durchschnitt sind keine Seltenheit.

Die Strömung ist ein weiterer Faktor, der diesem Areal eine besondere Herausforderung verleiht.

Was ist ein Windsurfschein?

Unter einem Windsurfschein wird ein Dokument verstanden, welches als Nachweis für grundlegende Fähigkeiten im Umgang mit einem Windsurf Board dienen soll.

Sozusagen ein Führerschein zum Windsurfen. In Deutschland ist der Besitz des Dokuments an einigen Gewässern vorgeschrieben und selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, geben die meisten Surfschulen Ausrüstung nur an Personen raus, die einen Windsurfschein vorweisen können.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich vier bedeutende Verbände zusammengeschlossen, um gemeinsam die VAW (Vereinigte Ausbildungsverbände Wassersport) zu gründen.

Dieses Organ regelt beispielsweise die Organisation des gesamten Prozesses, vom Kurs bis zur Prüfung für Scheinanwärter in Deutschland.

Ist ein Windsurfschein Pflicht?

Es gibt keine offizielle Pflicht dazu, einen Windsurfschein abzulegen (auch international nicht). Jedoch sollte allein schon aus dem Interesse an der eigenen Gesundheit ein Grundlagenkurs besucht werden.

Dieser dient nicht nur dazu, an den Schein zu kommen, sondern schult die teilnehmenden Personen auch im richtigen Umgang mit Material und Welle. Auch im Ausland ist es an zahllosen Standorten üblich, dass Ausrüstung zum Windsurfen nur dann ausgeliehen wird, wenn man einen Windsurfschein vorlegen kann.

Windsurfschein erhalten

Der erste Schritt, um an einen Windsurfschein zu kommen, ist die Anmeldung an einem Grundlagenkurs der VAW. Der Kurs dauert im Durchschnitt 12 bis 15 Unterrichtsstunden. Abweichungen von diesem Wert sind aufgrund von Vorkenntnissen und der Erfüllung des Lernzieles möglich.

Der Unterricht ist in theoretische und praktische Stunden untergliedert. Es ist zwingend notwendig, dass die Schüler im Grundlagenkurs das Ablegen bei Wind (von bis zu 3 Beaufort) lernen sowie das sichere An- und Ablegen im Übungsgebiet.

Prüfung

Die Abschlussprüfung findet in theoretischer und praktischer Form statt. Im theoretischen Teil müssen die Teilnehmer einen Fragebogen ausfüllen. In diesem finden sich Fragen aus den Bereichen Materialkunde, Natur & Umwelt, allgemeine Gesetzeskunde, Segeltheorie, etc. wieder.

Die erreichbare Gesamtpunktzahl sowie die Grenze (um zu bestehen), sind auf den Prüfungsbögen vermerkt.

In manchen Fällen (hängt vom Gesamtbild der Prüfung ab) ist eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich, um den theoretischen Teil doch noch zu bestehen.

Bei dieser mündlichen Prüfung kommen Fragen aus anderen Fragebögen an die Reihe, um so den Kandidaten noch eine zweite Chance zu geben.

Die praktische Prüfung ist bei Wind bis zu 3 Beaufort durchzuführen und umfasst die nachfolgenden Themengebiete, die allesamt zweifelsfrei nachzuweisen sind:

 

  • Grundstellung
  • Steuern
  • Ausrichtung des Brettes
  • Aufriggen
  • Abriggen
  • Segel aufholen
  • die verschiedenen Knoten
  • Windsurfen in der Kurssituation
  • Wenden
  • Kreuzen
  • Notstopp

 

Prüflinge sollten sich nicht von der Anzahl an Themengebieten der praktischen Prüfung abschrecken lassen – in den dazugehörigen Kursen werden alle Teilnehmer entsprechend ihren persönlichen Eignungen und Voraussetzungen auf alle Inhalte der theoretischen und praktischen Prüfung zum Erlangen des Windsurfscheins vorbereitet.

Was gilt für Kinder?

Selbstverständlich ist es auch Kindern möglich, Windsurfen zu gehen. Für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren empfiehlt die VAW den Grundschein für Kinder. So lernen die Kleinen auf kindgerechte Weise die theoretischen und praktischen Hintergründe des Windsurfens.

Hierfür gibt es speziell auf Kinder zugeschnittene Lernhefte. Personen, die älter als 14 Jahre sind, können die Prüfungsmodalitäten für Erwachsene ablegen, um so an den Grundlagenschein für diese Zielgruppe zu gelangen.

Woran erkennt man eine gute Windsurfschule?

Windsurfschulen gibt es viele, doch woran zeigt sich, dass man eine gute Schule gefunden hat? Anhand einiger Merkmale lässt sich schnell die Qualität der lokalen Windsurfschule identifizieren. Machen die Lehrer einen kompetenten Eindruck? Weitere Fragen, die man sich stellen sollte:

  • Gehört die Schule der VDWS (dem internationalen Pendant zur VAW) bzw. VAW an?
  • Wie ist der Unterrichtsraum ausgestattet?
  • Welche Hilfsmittel zum Unterrichten kommen zum Einsatz?
  • Gibt es Umkleidekabinen?
  • Gibt es ein Motorboot, insbesondere für schwierige Kursstrecken?
  • Wie schaut es hinsichtlich der Hygienestandards vor Ort aus?

Fazit

Was das Windsurfen angeht, lässt sich in Deutschland so einiges erleben. Innerhalb der deutschen Landesgrenzen gibt es spektakuläre Spots, die Windsurfer aus der ganzen Welt anlocken.

Auch wenn nicht offiziell vorgeschrieben, sollte ein Windsurfschein unbedingt erworben werden. Dadurch ist man sicherer auf dem Wasser unterwegs und zahllose Schulen verleihen die Ausrüstung nur an Scheininhaber.

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