Das TIGERXBANG 10’6 ist ein Allround-Board für Einsteiger: 320 Zentimeter lang, 80 Zentimeter breit, 15 Zentimeter dick und mit rund 11,5 Kilogramm noch bequem zu tragen. Es kommt als Komplettset mit Paddel, Pumpe, Rucksack und Leash.
Der Punkt, der dieses Board aus der Masse der günstigen Allrounder heraushebt, ist die Bauweise: zwei Lagen PVC mit 0,9 Millimetern und 1000 Denier über einem Dropstitch-Kern. Ein echter Double Layer in dieser Preisklasse ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Wir haben das Board im Praxistest gefahren, aufgepumpt, zerlegt und das Zubehör einzeln geprüft. Das Ergebnis steht unten, samt der Punkte, an denen das Set spart.
TIGERXBANG SUP 10'6
Das richtige Board für den Einstieg, wenn die Ausrüstung komplett sein soll und der Preis stimmt. Für schwere Paddler ist es zu knapp bemessen.
Spricht dafür
- Zwei Lagen PVC mit 0,9 Millimetern über Dropstitch, in dieser Klasse selten
- 80 Zentimeter Breite, entsprechend kippstabil für die ersten Versuche
- Rund 11,5 Kilogramm, alleine zu tragen
- In fünf Minuten aufgepumpt, die Doppelhubpumpe hat ein Manometer
- Vollständiges Set mit Paddel, Pumpe, Rucksack, Leash und Finnenschutz
- Gepäcknetz vorne, Trageschleife am Schwerpunkt
- Mittelfinne per Stecksystem abnehmbar
Spricht dagegen
- Die angegebenen 150 Kilogramm Traglast sind zu hoch gegriffen
- Paddel mit Aluminiumschaft und Plastikgriff
- Reparaturset ohne Klebstoff, damit zunächst nutzlos
- Nur eine Luftkammer
- Slide-In-Finne nicht mit US-Box-Zubehör kompatibel
- Kajaksitz nur beim schwarz-weißen Modell
- Intensiver Kunststoffgeruch beim Auspacken
- Wie groß ist das Board?
- 320 Zentimeter lang, 80 Zentimeter breit und 15 Zentimeter dick.
- Wie viel wiegt es?
- Rund 11,5 Kilogramm.
- Wie lange dauert das Aufpumpen?
- Knapp fünf Minuten mit der beiliegenden Doppelhubpumpe.
- Für wen ist es gedacht?
- Für Einsteiger, Gelegenheitsfahrer und Familien auf kleinen bis mittleren Seen.
Das Board im Video
Bauweise und Steifigkeit
Die Nose ist abgerundet, was das Board wendig macht und beim Anlanden verzeiht. Zusammen mit den 80 Zentimetern Breite ergibt das ein Brett, auf dem die ersten Stehversuche gelingen, ohne dass jede Welle zum Problem wird.
Im Inneren steckt eine einzige Luftkammer mit rund 260 Litern. Ein einkammriges Board ist bei aufblasbaren Allroundern der Normalfall. Wer Wert auf eine zweite Kammer als Sicherheitsreserve legt, muss deutlich mehr ausgeben.

Die Steifigkeit war im Test der angenehmste Teil. Bei vollem Druck gibt das Board unter Körpergewicht kaum nach, was direkt daran liegt, dass zwei Lagen PVC über dem Dropstitch-Kern liegen statt einer. Genau hier sparen die meisten günstigen Sets.

Am Heck sitzen drei Finnen in 2-plus-1-Anordnung. Die mittlere lässt sich über ein Slide-In-System herausziehen, die beiden seitlichen sind fest. Für flaches Wasser oder für mehr Wendigkeit kommt die Mittelfinne heraus, für den Geradeauslauf bleibt sie drin.
Die Bewertung im Einzelnen
Technische Daten
Fahreigenschaften und Einsatzgebiet
Ein Allrounder ist der Kompromiss unter den SUP Boards: gut auf dem See, brauchbar auf dem Fluss, ausreichend an einem ruhigen Küstenabschnitt. Für jede dieser Umgebungen gibt es spezialisierte Bretter, die es besser können, aber keines, das alles gleichzeitig kann. Wie sich ein anderes Einsteiger-Board in der Praxis schlägt, zeigt unser Freein SUP Board Test.
Für den Einstieg zählt vor allem, sicher stehen zu können, und dafür sind die 80 Zentimeter genau richtig. Nach den ersten Metern gelingen Kurven, nach der ersten Stunde auch schnellere Wendungen. Der Anfang gehört auf ruhiges Wasser, weil schon leichter Wellengang die Balance kostet.
Damit ist das Board der passende Begleiter für kleine bis mittlere Seen. Jugendliche kommen ebenfalls zurecht, wobei sich bei sehr leichten oder sehr kleinen Fahrern das Handling ändert, weil das Board dann höher im Wasser liegt.
Wo es an Grenzen stößt, ist die Zuladung. Der Hersteller nennt 150 Kilogramm. Aus dem Test heraus empfehlen wir höchstens rund 90 Kilogramm Körpergewicht, sonst sinkt das Board so weit ein, dass die Fahreigenschaften leiden. Schwere Paddler finden im SUP Board Test passendere Modelle mit mehr Volumen.
Ausstattung am Board
- Deckpad. 5 Millimeter EVA, rutschfest auch bei Nässe. Es bedeckt den gesamten Standbereich.
- D-Ringe. Zwei serienmäßig, einer am Heck für die Leash, einer vorne zum Abschleppen. Nur das schwarz-weiße Modell hat vier zusätzliche Ringe für den Kajaksitz.
- Trageschleife. Sitzt am Schwerpunkt und zeigt damit gleichzeitig die richtige Standposition an.
- Gepäcknetz. Vorne, für Trinkflasche, Handytasche oder eine leichte Jacke.
- Finnen. Drei in 2-plus-1, die mittlere per Stecksystem abnehmbar.




Das Zubehör im Einzelnen

Rucksack. Board und Zubehör passen komplett hinein. Er ist keine handwerkliche Meisterleistung, für den Weg vom Auto zum Wasser reicht er aber aus. Wer viel unterwegs ist, findet im SUP Rucksack Test bessere Lösungen.
Paddel. Dreiteilig, stufenlos verstellbar, Schaft aus Aluminium, Griff aus Kunststoff. Es funktioniert, ist aber schwerer als ein Carbon- oder Glasfaserpaddel und schwimmt nicht von selbst. Das ist der offensichtlichste Sparpunkt am Set, mehr dazu im SUP Paddel Test.
Pumpe. Doppelhubpumpe mit Manometer und drei Betriebsarten: doppelter Hub für schnelles Füllen, einfacher Hub für die letzten anstrengenden psi und ein umgekehrter Modus zum Leerpumpen vor dem Verstauen. In knapp fünf Minuten war das Board fahrbereit.

Finnenschutz. Zwei aufblasbare Hüllen für die festen Seitenfinnen, damit sie beim Zusammenrollen nicht ins Board drücken. Für die Mittelfinne liegt keine bei, sie sollte vor dem Verstauen herausgezogen werden.
Leash. Als Coiled Leash ausgeführt, also spiralförmig. Sie bleibt kompakt und schleift nicht im Wasser hinterher. Warum sie zur Pflichtausrüstung gehört, steht im SUP Leash Test.
Reparaturset. Enthält passende PVC-Flicken und einen Ventilschlüssel, aber keinen Klebstoff. In dieser Form ist es im Ernstfall zunächst wertlos. Ein Tubenkleber für PVC gehört also dazugekauft.
Lieferumfang
- TIGERXBANG SUP Board
- Dreiteiliges Paddel mit Aluminiumschaft
- Doppelhub-Luftpumpe mit Manometer
- Abnehmbare Mittelfinne (Slide-In)
- Zwei aufblasbare Finnenschutzhüllen
- Coiled Leash
- Reparaturset mit Ventilschlüssel
- Rucksack
- Kajaksitz (nur schwarz-weißes Modell)
Das ist nicht dabei
- Klebstoff für das Reparaturset
- Schwimmweste
- Drybag
- Kajaksitz bei den bunten Designs
Verarbeitung und Design
Zwei Lagen PVC mit je 0,9 Millimetern und 1000 Denier sind für diesen Preis mehr, als man erwarten darf. Das ist der Grund, warum das Board deutlich steifer wirkt als andere Sets in derselben Klasse. Ein Premiumboard ist es damit nicht, aber solide Mittelklasse.
Beim Zubehör fällt die Qualität ab. Rucksack, Paddel und Leash sind funktional, aber einfach gebaut. Beim Öffnen der Verpackung schlägt einem außerdem ein kräftiger Kunststoffgeruch entgegen, der nach einigen Minuten an der Luft nachlässt.

Bei den Designs reicht die Auswahl von schlicht schwarz-weiß bis zu bunten Mustern. Wichtiger als der Geschmack ist ein praktischer Punkt: Der Kajaksitz und die vier zusätzlichen D-Ringe gehören nur zum schwarz-weißen Modell. Wer im Sitzen paddeln will, hat bei der Farbwahl also keine freie Hand.
Stärken und Schwächen
Spricht dafür
- Double Layer aus 2 mal 0,9 Millimeter PVC
- Sehr gute Steifigkeit für die Preisklasse
- 80 Zentimeter Breite, kippstabil für Einsteiger
- 11,5 Kilogramm, alleine zu tragen
- Fünf Minuten Aufpumpzeit dank Doppelhubpumpe mit Manometer
- Vollständiges Set inklusive Leash und Finnenschutz
- Gepäcknetz und Trageschleife am Schwerpunkt
- Mittelfinne abnehmbar
Spricht dagegen
- Traglastangabe von 150 Kilogramm zu optimistisch
- Aluminiumpaddel mit Kunststoffgriff
- Reparaturset ohne Klebstoff
- Nur eine Luftkammer
- Slide-In-Finne nicht US-Box-kompatibel
- Kajaksitz nur beim schwarz-weißen Modell
- Rucksack einfach verarbeitet
- Keine Herstellergarantie über die Gewährleistung hinaus
Alternativen
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Das eigene Gewicht ehrlich einrechnen. Die Traglastangaben der Hersteller beziehen sich auf den Punkt, an dem das Board gerade noch schwimmt, nicht auf den, an dem es sich gut fährt. Bei diesem Zuschnitt sind rund 90 Kilogramm Körpergewicht die sinnvolle Grenze.
Klebstoff dazukaufen. Das Reparaturset enthält Flicken, aber keinen Kleber. Eine Tube PVC-Kleber kostet wenig und gehört in den Rucksack, bevor das erste Loch da ist.
Auf den Kajaksitz achten. Er liegt nur einem Modell bei. Wer ihn haben will, wählt danach die Farbe aus, nicht umgekehrt.
Das Finnensystem prüfen. Die Slide-In-Aufnahme ist nicht mit dem verbreiteten US-Box-System kompatibel. Zum Nachrüsten anderer Finnen taugt das Board damit nur eingeschränkt.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, das Board aufzupumpen?
Im Test knapp fünf Minuten mit der beiliegenden Pumpe im Doppelhub-Modus. Für die letzten psi lohnt der Wechsel in den einfachen Modus, weil der Kraftaufwand sonst stark steigt.Ist das Board für Anfänger geeignet?
Ja, dafür ist es gebaut. Die Breite von 80 Zentimetern, die runde Nose und das vollständige Zubehör machen es zu einem der einfachsten Einstiege.Wie viel Gewicht trägt das Board wirklich?
Der Hersteller nennt 150 Kilogramm. Nach unserem Test fährt sich das Board bis rund 90 Kilogramm Körpergewicht gut, darüber sinkt es zu tief ein.Gibt es eine Herstellergarantie?
Nein, es gilt die gesetzliche Gewährleistung. Nach den ersten sechs Monaten liegt die Beweislast beim Käufer, dass ein Mangel bereits bei der Lieferung vorlag.Kann man auf dem Board im Sitzen paddeln?
Beim schwarz-weißen Modell ja, dort liegen ein Kajaksitz und vier zusätzliche D-Ringe bei. Den bunten Designs fehlt beides.Lassen sich andere Finnen nachrüsten?
Nur eingeschränkt. Die Mittelfinne sitzt in einer Slide-In-Aufnahme, die nicht mit dem verbreiteten US-Box-System kompatibel ist.Was fehlt im Lieferumfang?
Vor allem der Klebstoff für das Reparaturset. Dazu kommen Schwimmweste und Drybag, die bei keinem Set dieser Klasse beiliegen.Lohnt sich das TIGERXBANG SUP?
TIGERXBANG SUP 10'6
Für den Einstieg ist das Set stimmig: ein Board, das dank Double Layer steifer ist als die Konkurrenz in dieser Klasse, dazu alles, was man am ersten Tag braucht. Genau deshalb gehört die Reihe seit Jahren zu den meistverkauften Boards überhaupt.
Die Sparpunkte liegen beim Zubehör und bei der geschönten Traglastangabe. Wer mehr als rund 90 Kilogramm wiegt oder ein leichteres Paddel will, findet die passenden Modelle unter den aufblasbaren SUP Boards und in unserer Übersicht der günstigen SUP Boards.



