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Das PR100 ist kein Kajak im üblichen Sinn, sondern ein Packraft: ein aufblasbares Einsitzerboot von zwei Kilogramm Gesamtgewicht, das im Packsack die Maße eines Schlafsacks hat und deshalb in einen Wanderrucksack passt. Der Gedanke dahinter ist die Kombination aus zwei Sportarten, also zu Fuß oder mit dem Rad zum Wasser und von dort flussabwärts zurück.

Auf der Produktseite stehen 93 Bewertungen bei 4,78 von 5 Sternen. Die Zahl ist klein, weil das Produkt eine Nische bedient, die Bewertung selbst ist außergewöhnlich hoch.

Dieser Test ordnet es anhand der Herstellerangaben, der Bauweise und der Bewertungslage ein, geprüft am 10. August 2026 auf der Produktseite von Decathlon.

Das Urteil
8,5/10Das Boot für alle, die zum Wasser laufen statt es anzufahren2 kg

Itiwit PR100 Packraft

Wer ein Boot sucht, das man tragen statt transportieren kann, hat hier kaum eine Alternative in dieser Gewichtsklasse.

Spricht dafür

  • Zwei Kilogramm Gesamtgewicht inklusive Sitz, Schlauch, Blasesack und Reparaturset
  • Packmaß von 40 × 25 × 25 Zentimetern, passt in einen Wanderrucksack
  • Aufgepumpt 205 Zentimeter lang und 95 Zentimeter breit, sehr kippstabil
  • Zuladung bis 110 Kilogramm inklusive Gepäck
  • Aufpumpen mit dem Blasesack in etwa zehn Durchgängen, ohne Pumpe
  • Verstärkter Boden aus Polyamid 420 D mit TPU-Doppellaminat
  • TPU trocknet schnell und lässt sich mit einem Handtuch abwischen

Spricht dagegen

  • Kein wasserdichtes Staufach, das hat erst das PR500
  • Nur für Flachwasser ausgelegt, für Wildwasser ist das PR500 vorgesehen
  • Manuelle Pumpen können Überdruck erzeugen und das Material schädigen
  • Kein Paddel im Lieferumfang
  • Keine Auftriebsweste und kein Helm dabei, auf dem Fluss beides Pflicht
  • 95 Zentimeter Breite kosten Geschwindigkeit gegenüber einem schlanken Kajak
Kurz beantwortet
Wie schwer ist das Packraft?
Etwa zwei Kilogramm insgesamt, also Boot, Sitz, Schlauch, Blasesack und Reparaturset zusammen.
Wie wird es aufgepumpt?
Mit dem mitgelieferten Blasesack in ungefähr zehn Durchgängen, ganz ohne Pumpe.
Wie viel darf hinein?
Bis 110 Kilogramm für Person und Gepäck zusammen.
Taugt es für Wildwasser?
Nein. Das PR100 ist für ruhige Flüsse und Seen gedacht, für Wildwasser bis Klasse II ist das PR500 vorgesehen.

Was ein Packraft von einem Kajak unterscheidet

Ein aufblasbares Kajak wiegt je nach Modell zwischen acht und fünfzehn Kilogramm und wird vom Auto zum Wasser getragen. Ein Packraft wiegt zwei Kilogramm und wird über Stunden auf dem Rücken gewandert. Diese eine Zahl bestimmt alles andere an der Konstruktion.

Damit das Gewicht erreicht wird, entfällt jede starre Struktur. Es gibt keinen Kiel, keine Bodenplatte, keine Sitzschale. Was bleibt, ist eine Luftkammerhülle aus TPU mit einem verstärkten Boden und einem aufblasbaren Sitz. Gefahren wird mit einem Kajak-Doppelpaddel, das nicht zum Lieferumfang gehört und separat mitgenommen werden muss.

Die Bewertung im Einzelnen

Technische Daten
Bauartaufblasbares Packraft, 1 Sitzer
MaterialTPU
BodenPolyamid 420 D, TPU-Doppellaminat
Länge aufgepumpt205 cm
Breite aufgepumpt95 cm
Höhe aufgepumpt40 cm
Luftvolumen215 l
Gesamtgewichtca. 2 kg
Packmaß40 × 25 × 25 cm
Zuladungbis 110 kg inkl. Gepäck
AufpumpenBlasesack, ca. 10 Durchgänge
EinsatzbereichFlachwasser, ruhige Flüsse, Seen
Wasserdichtes Staufachnicht vorhanden
Im SetPackraft, Sitz, Blasesack, Schlauch, Reparaturset
Garantie2 Jahre
Die Bewertung im Einzelnen8,5/10
Packmaß und Gewicht 25 %
9,5
Zwei Kilogramm für ein komplettes Boot samt Zubehör. Im Packsack ist es 40 Zentimeter lang, das passt zwischen Zelt und Schlafsack in den Rucksack.
Stabilität 25 %
8,5
95 Zentimeter Breite bei tiefem Schwerpunkt. Kippstabil bis zur Langeweile, dafür langsam. Für den Zweck ist die Auslegung richtig gewählt.
Aufbau 20 %
8,5
Der Blasesack füllt das Boot in etwa zehn Durchgängen ohne Pumpe. Wichtig ist der Warnhinweis des Herstellers, dass manuelle Pumpen Überdruck erzeugen können.
Ausstattung 20 %
7,5
Sitz, Schlauch, Blasesack und Reparaturset liegen bei. Es fehlen ein wasserdichtes Staufach und ein Paddel, beides muss man selbst mitbringen.
Haltbarkeit 10 %
8
Der Boden ist mit Polyamid 420 D und TPU-Doppellaminat verstärkt, also der Bereich, der über Kies schrappt. Reparaturset ist dabei, was bei diesem Bootstyp kein Zufall ist.

Der Blasesack ist die eigentliche Idee

Ein Boot mit 215 Litern Luftvolumen mit dem Mund aufzublasen wäre eine Zumutung, eine Pumpe mitzutragen würde das Gewichtskonzept zerstören. Der Blasesack löst beides: Man breitet ihn auf, fängt eine große Menge Luft ein, verschließt ihn oben und rollt ihn zusammen, bis die Luft in das Boot gedrückt ist. Zehn Durchgänge, und das Packraft steht.

Der Sack ist gleichzeitig der Transportbeutel, hat also zwei Funktionen bei einem Gewicht. Wichtig ist der Hinweis des Herstellers, dass man mit einer manuellen Pumpe schnell zu viel Druck aufbaut. Das Boot ist genug gefüllt, wenn sich mit dem Sack keine Luft mehr hineindrücken lässt, und diese Grenze ist bewusst so gewählt.

PR100 oder PR500

Decathlon zieht die Grenze selbst und nennt drei Fragen. Erstens das Staufach: Wer wasserdichten Stauraum im Boot braucht, muss zum PR500 greifen, das PR100 hat keinen. Zweitens das Gewässer: Flachwasser, also Seen und ruhige Flüsse, deckt das PR100 ab, Wildwasser bis Klasse II ist dem PR500 vorbehalten. Drittens die Zuladung: Bei 110 Kilogramm ist beim PR100 Schluss.

Wer sich zwischen beiden nicht entscheiden kann und beides fahren will, ist beim PR500 richtig. Wer sein Gepäck ohnehin in einem wasserfesten Rucksack verstaut und auf ruhigem Wasser bleibt, spart mit dem PR100 Gewicht und Geld.

Lieferumfang

Das ist dabei
  • Packraft PR100
  • Aufblasbarer Sitz
  • Blasesack, dient auch als Packsack
  • Verbindungsschlauch
  • Reparaturset

Das ist nicht dabei

  • Kajak-Doppelpaddel
  • Auftriebsweste
  • Helm
  • Wasserdichtes Staufach
  • Handpumpe

Stärken und Schwächen

Vorteile und Nachteile

Spricht dafür

  • Zwei Kilogramm inklusive komplettem Zubehör
  • Packmaß von 40 × 25 × 25 Zentimetern
  • 95 Zentimeter Breite, sehr kippstabil
  • 110 Kilogramm Zuladung inklusive Gepäck
  • Aufpumpen ohne Pumpe über den Blasesack
  • Verstärkter Boden aus Polyamid mit TPU-Doppellaminat
  • Reparaturset serienmäßig dabei

Spricht dagegen

  • Kein wasserdichtes Staufach
  • Nur für Flachwasser freigegeben
  • Überdruckgefahr bei Nutzung einer manuellen Pumpe
  • Ohne Paddel
  • Ohne Auftriebsweste und Helm
  • Breite Bauweise kostet Geschwindigkeit

Alternativen

Alternativen
Itiwit wasserfester Rucksack 20 l
Wenn das Gepäck trocken bleiben sollItiwit wasserfester Rucksack 20 lWeil dem PR100 das Staufach fehlt, übernimmt ein Rolltop-Rucksack nach IPX6 diese Aufgabe. Mehr im Rucksack 20 l Test.
Itiwit Kajak-Paddel 100
Wenn das Paddel noch fehltItiwit Kajak-Paddel 100Zweiteiliges Doppelpaddel, verstellbar in zwei Längenvarianten. Details im Kajak-Paddel 100 Test.
Itiwit Auftriebsweste 50N+
Wenn die Sicherheitsausrüstung fehltItiwit Auftriebsweste 50N+Auf dem Fluss ist eine Auftriebshilfe nach EN ISO 12402-5 Pflicht. Siehe Auftriebsweste Test.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Zuerst das Gewässer. Das PR100 ist für ruhiges Wasser freigegeben, und diese Einstufung ist keine Vorsichtsformel. Ohne Staufach, ohne Spritzdecke und mit zwei Kilogramm Bootsgewicht hat man auf einem schnellen Fluss nichts verloren.

Dann die Ausrüstung drumherum. Zum Boot gehören ein Doppelpaddel, eine Auftriebsweste und auf dem Fluss ein Helm nach EN 1484. Decathlon weist in der Produktbeschreibung ausdrücklich darauf hin, und diese drei Teile wiegen zusammen mehr als das Packraft selbst. Das gehört in die Gewichtsplanung.

Und drittens die Zuladung. 110 Kilogramm klingen großzügig, meinen aber Person und Gepäck zusammen. Wer mit Zelt und Verpflegung für mehrere Tage unterwegs ist, sollte nachrechnen, bevor er ablegt.

Häufige Fragen zum Itiwit PR100 Packraft

Wie schwer ist das PR100 insgesamt?

Etwa zwei Kilogramm, und in dieser Angabe sind Boot, Sitz, Blasesack, Schlauch und Reparaturset bereits enthalten. Damit ist es rucksacktauglich.

Wie pumpt man es auf?

Über den mitgelieferten Blasesack. Man fängt Luft ein, verschließt den Sack und rollt ihn zusammen, bis die Luft ins Boot gedrückt ist. Etwa zehn Durchgänge reichen, eine Pumpe ist nicht nötig.

Kann ich eine normale Handpumpe verwenden?

Decathlon rät davon ab und warnt ausdrücklich vor Überdruck. Der Blasesack begrenzt den Druck von selbst, eine manuelle Pumpe tut das nicht.

Wie viel Gewicht trägt das Boot?

Bis zu 110 Kilogramm, wobei sich diese Zahl auf Person und Gepäck zusammen bezieht. Wer mehr transportieren will, braucht das größere PR500.

Ist ein Paddel dabei?

Nein. Gefahren wird ein Packraft mit einem Kajak-Doppelpaddel, das separat gekauft werden muss.

Gibt es ein wasserdichtes Staufach?

Nein, das ist einer der Hauptunterschiede zum PR500. Gepäck muss deshalb in einer eigenen wasserdichten Tasche verstaut und festgezurrt werden.

Wie trocknet man es nach der Tour?

Die TPU-Konstruktion lässt sich einfach mit einem Handtuch abwischen und trocknet zügig. Das ist wichtig, weil das Boot sonst feucht im Packsack landet.

Lohnt sich das Itiwit PR100 Packraft?

Fazit
8,5/10Das Boot für alle, die zum Wasser laufen statt es anzufahren

Itiwit PR100 Packraft

Zwei Kilogramm für ein komplettes Boot, aufgepumpt ohne Pumpe, kippstabil durch 95 Zentimeter Breite und belastbar bis 110 Kilogramm. Für Wanderungen mit Flussabschnitt gibt es in dieser Gewichtsklasse wenig Vergleichbares, und die 4,78 Sterne bei 93 Bewertungen sprechen dafür.

Die Grenzen sind klar gezogen: kein Staufach, kein Wildwasser, kein Paddel im Karton. Wer eines dieser drei Dinge braucht, sollte beim PR500 weiterlesen.

Weiterlesen zum Kajakfahren

Das passende Paddel steht im Kajak-Paddel 100 Test, die Übersicht im Kajakpaddel Vergleich. Zu den größeren Booten führen der Itiwit X500 Test und der Touring 1-Sitzer Test. Für Sicherheit und Gepäck gibt es den Auftriebsweste 50N+ Test und den Rucksack 20 l Test.

Max ist begeisterter Stand Up Paddler und betreibt den SUP Blog stand-up-paddling.org. Er hat bereits Dutzende SUP Boards getestet und noch mehr Blogbeiträge über Stand Up Paddling geschrieben. Bei Wellenliebe verantwortet er den Themenbereich SUP.